Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
Eisaufbereitung & Eismaschine (Zamboni)
- Bereich
- Eis & Technik
- Umgangssprachlich
- Zamboni
- Erfinder
- Frank J. Zamboni
- Erste Maschine
- 1949, Kalifornien
- Ablauf
- Hobeln, Schnee sammeln, Waschen, Wasser auftragen
- Wann
- Drittelpausen, zwischen Trainingseinheiten
Warum das Eis aufbereitet werden muss
Nach einem Drittel Eishockey oder einer Stunde öffentlichem Lauf ist das Eis zerkratzt, voller Rillen und mit Schnee bedeckt. Kufen schneiden bei jedem Bremsen und jeder Kurve feine Späne heraus. Auf diesem Eis gleitet der Puck unruhig, und Läufer verlieren den Halt. Deshalb fährt in Pausen die Eismaschine über die Fläche.
So arbeitet die Eismaschine: Schritt für Schritt

- Abhobeln: Ein breites, scharfes Messer an der Unterseite hobelt eine hauchdünne Schicht von der Oberfläche ab. Unebenheiten und Rillen verschwinden.
- Schnee sammeln: Eine Förderschnecke nimmt den entstandenen Schnee auf und transportiert ihn in einen großen Behälter vorn auf der Maschine.
- Waschen: In einem zweiten Schritt wird Wasser in die tieferen Rillen gesprüht, aufgesaugt und gefiltert, um Schmutz zu entfernen.
- Neues Eis auftragen: Hinten verteilt ein Tuch (das „Handtuch“) einen dünnen Film warmes Wasser gleichmäßig auf der Fläche. Er gefriert innerhalb weniger Minuten zu einer glatten neuen Eisschicht.
Die Maschine fährt dabei in einem festen Muster, meist in überlappenden Bahnen von außen nach innen. An den Banden, die die Maschine nicht erreicht, helfen Eismeister mit Kantenschneidern und Schiebern nach.
Die fünf Baugruppen der Eismaschine
Die 14 Bauteile der Grafik lassen sich zu fünf Baugruppen zusammenfassen. Jede hat einen eigenen Artikel mit Detailgrafik, Erklärungen zu jedem nummerierten Teil, Praxis- und Wartungshinweisen.
Baugruppe 1AntriebseinheitDiesel-, Gas- oder Elektroantrieb liefert die Energie für Fahrt, Hydraulik, Förderschnecken und Bürste. Kühlung, Luftzufuhr und Energieversorgung halten ihn im Hallenbetrieb zuverlässig.
Baugruppe 2WassertanksystemTanks, Pumpe, Filter und Ventile speichern das Eiswasser und verteilen es gleichmäßig hinter dem Conditioner. Je nach Modell gibt es einen eigenen Kreislauf für Waschwasser.
Baugruppe 3Schneid- und FördersystemDas Hobelmesser im Conditioner schält eine dünne Eisschicht ab. Horizontale und vertikale Schnecken transportieren den Eisschnee in den Schneebehälter.
Baugruppe 4Wasch- und FinishersystemWaschwasser löst Schmutz aus Rillen und wird wieder abgesaugt. Danach legt das Tuch, der Finisher, einen dünnen Film Eiswasser auf, der zur neuen Eisschicht gefriert.
Baugruppe 5Hydraulik- und SteuerungssystemPumpe, Ventilblock, Leitungen und Zylinder bewegen Conditioner, Schneebehälter und Anbaugeräte. Bedienhebel, Display und Sensoren geben dem Fahrer die Kontrolle.
Warum warmes Wasser?
Klingt paradox, ist aber Physik: Warmes Wasser
- schmilzt die oberste Eisschicht minimal an und verbindet sich dadurch besser mit ihr,
- läuft in feine Rillen, bevor es gefriert,
- enthält weniger gelöste Luft, wodurch das Eis klarer und fester wird.
Mit welcher Temperatur genau gearbeitet wird, hängt von Halle und Maschine ab. Das Wasser ist oft zusätzlich aufbereitet, damit keine Mineralien das Eis trüben.
Die Erfindung der Zamboni
Vor der Eismaschine dauerte die Aufbereitung lange: Mehrere Helfer zogen Hobel über das Eis, kehrten Schnee zusammen und sprühten Wasser aus Schläuchen. Frank J. Zamboni, der in Kalifornien eine Eisbahn betrieb, entwickelte über Jahre eine Maschine, die alles in einem Arbeitsgang erledigt. 1949 stellte er die erste Version fertig. Seitdem heißen Eismaschinen umgangssprachlich oft „Zamboni“, auch wenn sie von anderen Herstellern stammen.
Heute fahren Eismaschinen zunehmend elektrisch, weil Verbrennungsmotoren in geschlossenen Hallen Abgase freisetzen. Viele Hallen haben ihre Flotte deshalb umgestellt.
Eisaufbereitung in Zahlen und Abläufen
- Eine Aufbereitung einer Eishockeyfläche dauert meist rund zehn Minuten.
- In Profispielen fährt die Maschine in jeder Drittelpause, oft sogar zwei Maschinen gleichzeitig.
- Im Eiskunstlauf wird zwischen den Startgruppen aufbereitet, damit alle Läufer ähnliche Bedingungen haben.
- Für Curling gelten eigene Regeln: Hier wird statt der Maschine meist von Hand abgezogen und anschließend gepebbelt.
Wie das Eis überhaupt entsteht, erklärt Eis herstellen & Eistemperatur. Wer die Maschine fährt und was sonst zum Job gehört, steht unter Eismeister.
Häufige Fragen
+Warum verwendet die Eismaschine warmes Wasser?
Warmes Wasser schmilzt die oberste Eisschicht minimal an, füllt Rillen besser, verbindet sich fester mit dem Eis und enthält weniger gelöste Luft. Das neue Eis wird dadurch glatter und klarer.
+Wie lange dauert eine Eisaufbereitung?
Auf einer Eishockeyfläche meist etwa zehn Minuten, daher passt sie gut in eine Drittelpause.
+Warum heißt die Eismaschine Zamboni?
Nach Frank Zamboni, der 1949 die erste Eisbearbeitungsmaschine baute. Zamboni ist ein Markenname, wird aber oft für alle Eismaschinen verwendet.
Quellen & weiterführende Links
- Zamboni Company – History
- Wikipedia: Eisbearbeitungsmaschine
- Wikipedia: Frank J. Zamboni
- Zamboni – How It Works
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Weiterlesen im Lexikon
Hintergrund
Antriebseinheit der Eismaschine
Die Antriebseinheit ist das Kraftzentrum der Eismaschine: Ein Verbrennungsmotor oder ein Elektroantrieb bewegt das Fahrzeug und treibt zugleich die Hydraulik an, die Conditioner, Förderschnecken und Bürste in Gang setzt.
Hintergrund
Schneid- und Fördersystem der Eismaschine
Im Schneid- und Fördersystem findet die eigentliche Eisbearbeitung statt: Ein Hobelmesser im Conditioner schält eine dünne Schicht von der Oberfläche, und Förderschnecken transportieren den entstandenen Eisschnee in den Schneebehälter.
Hintergrund
Eis herstellen & Eistemperatur je Sportart
Kunsteis entsteht, indem auf eine gekühlte Betonplatte mit Kühlrohren in vielen dünnen Schichten Wasser aufgetragen wird. Die fertige Eisschicht ist meist nur wenige Zentimeter dick. Je nach Sportart wird das Eis unterschiedlich temperiert: für Eishockey und Eisschnelllauf kälter und härter, für Eiskunstlauf etwas wärmer und weicher.
Hintergrund
Eismeister: der Beruf hinter dem perfekten Eis
Eismeister sind für Herstellung, Pflege und Qualität der Eisfläche in Eishallen verantwortlich. Sie fahren die Eismaschine, überwachen Kälteanlage und Hallenklima, bauen das Eis zu Saisonbeginn auf und passen es an die jeweilige Sportart an.
Fachbegriff
Puck: Maße, Material und warum er eingefroren wird
Der Puck ist die Hartgummischeibe im Eishockey: 2,54 cm dick, 7,62 cm im Durchmesser und 156 bis 170 Gramm schwer. Vor dem Spiel wird er tiefgekühlt, weil gefrorenes Gummi weniger springt und gleichmäßiger über das Eis gleitet.
Hintergrund
Geschichte der Eishallen und Kunsteisbahnen
Jahrhundertelang war Eissport an Natureis und kalte Winter gebunden. 1876 eröffnete in London mit dem Glaciarium die erste Kunsteisbahn. Seitdem machten Kältetechnik, überdachte Hallen und moderne Arenen Eissport zu jeder Jahreszeit und an fast jedem Ort möglich.
Sportart
Eis & Technik
Alles über Eis & Technik: Regeln, Geschichte, Zahlen und alle Begriffe.

