Hintergrund · Eis & Technik

    Eisaufbereitung & Eismaschine (Zamboni)

    Die Eismaschine hobelt eine dünne Schicht vom Eis ab, sammelt den entstehenden Schnee ein, reinigt die Oberfläche und trägt einen dünnen Film warmes Wasser auf, der zu einer glatten neuen Eisschicht gefriert. Die erste solche Maschine baute Frank Zamboni 1949 in Kalifornien.

    3 Min. Lesezeit Stand: IceHub Redaktion

    Inhaltsverzeichnis
    1. Warum das Eis aufbereitet werden muss
    2. So arbeitet die Eismaschine: Schritt für Schritt
    3. Die fünf Baugruppen der Eismaschine
    4. Warum warmes Wasser?
    5. Die Erfindung der Zamboni
    6. Eisaufbereitung in Zahlen und Abläufen
    7. Häufige Fragen
    8. Quellen

    Steckbrief

    Eisaufbereitung & Eismaschine (Zamboni)

    Umgangssprachlich
    Zamboni
    Erfinder
    Frank J. Zamboni
    Erste Maschine
    1949, Kalifornien
    Ablauf
    Hobeln, Schnee sammeln, Waschen, Wasser auftragen
    Wann
    Drittelpausen, zwischen Trainingseinheiten

    Warum das Eis aufbereitet werden muss

    Nach einem Drittel Eishockey oder einer Stunde öffentlichem Lauf ist das Eis zerkratzt, voller Rillen und mit Schnee bedeckt. Kufen schneiden bei jedem Bremsen und jeder Kurve feine Späne heraus. Auf diesem Eis gleitet der Puck unruhig, und Läufer verlieren den Halt. Deshalb fährt in Pausen die Eismaschine über die Fläche.

    So arbeitet die Eismaschine: Schritt für Schritt

    Infografik einer Eishallen-Eismaschine mit 14 nummerierten Bauteilen – von Fahrerkabine, Motor, Hydrauliksystem, Frischwassertank und Schneesammelbehälter über Förderschnecke, Schneidmesser, Wasch- und Spülsystem, Wasserverteiler und Tuch bis zu Bürste, Rädern, Lenkung und Beleuchtung – sowie den fünf Arbeitsschritten von der Eisabtragung bis zur neuen Eisfläche
    Aufbau einer typischen Eishallen-Eismaschine: 14 Hauptkomponenten und der Ablauf in fünf Schritten. Schematische Darstellung, Details variieren je nach Hersteller und Modell.· Zum Vergrößern anklicken
    1. Abhobeln: Ein breites, scharfes Messer an der Unterseite hobelt eine hauchdünne Schicht von der Oberfläche ab. Unebenheiten und Rillen verschwinden.
    2. Schnee sammeln: Eine Förderschnecke nimmt den entstandenen Schnee auf und transportiert ihn in einen großen Behälter vorn auf der Maschine.
    3. Waschen: In einem zweiten Schritt wird Wasser in die tieferen Rillen gesprüht, aufgesaugt und gefiltert, um Schmutz zu entfernen.
    4. Neues Eis auftragen: Hinten verteilt ein Tuch (das „Handtuch“) einen dünnen Film warmes Wasser gleichmäßig auf der Fläche. Er gefriert innerhalb weniger Minuten zu einer glatten neuen Eisschicht.

    Die Maschine fährt dabei in einem festen Muster, meist in überlappenden Bahnen von außen nach innen. An den Banden, die die Maschine nicht erreicht, helfen Eismeister mit Kantenschneidern und Schiebern nach.

    Die fünf Baugruppen der Eismaschine

    Die 14 Bauteile der Grafik lassen sich zu fünf Baugruppen zusammenfassen. Jede hat einen eigenen Artikel mit Detailgrafik, Erklärungen zu jedem nummerierten Teil, Praxis- und Wartungshinweisen.

    Warum warmes Wasser?

    Klingt paradox, ist aber Physik: Warmes Wasser

    • schmilzt die oberste Eisschicht minimal an und verbindet sich dadurch besser mit ihr,
    • läuft in feine Rillen, bevor es gefriert,
    • enthält weniger gelöste Luft, wodurch das Eis klarer und fester wird.

    Mit welcher Temperatur genau gearbeitet wird, hängt von Halle und Maschine ab. Das Wasser ist oft zusätzlich aufbereitet, damit keine Mineralien das Eis trüben.

    Die Erfindung der Zamboni

    Vor der Eismaschine dauerte die Aufbereitung lange: Mehrere Helfer zogen Hobel über das Eis, kehrten Schnee zusammen und sprühten Wasser aus Schläuchen. Frank J. Zamboni, der in Kalifornien eine Eisbahn betrieb, entwickelte über Jahre eine Maschine, die alles in einem Arbeitsgang erledigt. 1949 stellte er die erste Version fertig. Seitdem heißen Eismaschinen umgangssprachlich oft „Zamboni“, auch wenn sie von anderen Herstellern stammen.

    Heute fahren Eismaschinen zunehmend elektrisch, weil Verbrennungsmotoren in geschlossenen Hallen Abgase freisetzen. Viele Hallen haben ihre Flotte deshalb umgestellt.

    Eisaufbereitung in Zahlen und Abläufen

    • Eine Aufbereitung einer Eishockeyfläche dauert meist rund zehn Minuten.
    • In Profispielen fährt die Maschine in jeder Drittelpause, oft sogar zwei Maschinen gleichzeitig.
    • Im Eiskunstlauf wird zwischen den Startgruppen aufbereitet, damit alle Läufer ähnliche Bedingungen haben.
    • Für Curling gelten eigene Regeln: Hier wird statt der Maschine meist von Hand abgezogen und anschließend gepebbelt.

    Wie das Eis überhaupt entsteht, erklärt Eis herstellen & Eistemperatur. Wer die Maschine fährt und was sonst zum Job gehört, steht unter Eismeister.

    Häufige Fragen

    +Warum verwendet die Eismaschine warmes Wasser?

    Warmes Wasser schmilzt die oberste Eisschicht minimal an, füllt Rillen besser, verbindet sich fester mit dem Eis und enthält weniger gelöste Luft. Das neue Eis wird dadurch glatter und klarer.

    +Wie lange dauert eine Eisaufbereitung?

    Auf einer Eishockeyfläche meist etwa zehn Minuten, daher passt sie gut in eine Drittelpause.

    +Warum heißt die Eismaschine Zamboni?

    Nach Frank Zamboni, der 1949 die erste Eisbearbeitungsmaschine baute. Zamboni ist ein Markenname, wird aber oft für alle Eismaschinen verwendet.

    Quellen & weiterführende Links

    1. Zamboni Company – History
    2. Wikipedia: Eisbearbeitungsmaschine
    3. Wikipedia: Frank J. Zamboni
    4. Zamboni – How It Works

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