Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
Pebbling: warum Curlingeis Noppen hat
- Sportart
- Curling
- Englisch
- Pebble / Pebbling
- Wer
- Eismeister (Ice Technician)
- Wann
- vor jedem Spiel
- Werkzeug
- Sprühkanne mit Brausekopf
Warum Curlingeis nicht glatt ist
Wer zum ersten Mal ein Curlingsheet betritt, wundert sich: Das Eis fühlt sich nicht spiegelglatt an, sondern leicht rau. Das ist Absicht. Vor jedem Spiel sprüht der Eismeister feine Wassertropfen auf die Bahn. Sie gefrieren sofort zu winzigen Noppen, dem Pebble (englisch für Kieselstein).
Ein Curlingstein liegt nicht mit seiner ganzen Unterseite auf, sondern nur mit einem schmalen Laufring (Running Band). Auf glattem Eis würde dieser Ring durch die hohe Reibung schnell abbremsen, der Stein würde förmlich festsaugen. Durch den Pebble berührt der Laufring nur die Spitzen der Noppen. Die Kontaktfläche ist winzig, der Stein gleitet viele Meter weit.
Pebble und die Kurve des Steins
Der Name Curling kommt vom englischen „to curl“: sich krümmen. Gibt der Spieler dem Stein beim Abgeben eine leichte Drehung mit, beschreibt er auf dem Weg ins Haus eine Kurve. Der Pebble spielt dabei eine zentrale Rolle, denn die Wechselwirkung zwischen Laufring und Eisnoppen sorgt dafür, dass der Stein sich seitlich bewegt. Die genaue Physik dahinter wird bis heute wissenschaftlich diskutiert.
Spieler sprechen von „swingy“ Eis, wenn die Steine stark curlen, und von „straight“ Eis, wenn sie kaum abdrehen. Im Laufe eines Spiels nutzen sich die Noppen ab. Das Eis verändert sich, und Teams müssen ihre Würfe anpassen.
So wird gepebbelt
- Das Eis wird zunächst gereinigt und mit einer breiten Klinge abgezogen („scraped“), um alte Noppen zu entfernen.
- Der Eismeister läuft rückwärts über die Bahn und schwenkt dabei eine Sprühkanne mit Brausekopf gleichmäßig hin und her.
- Das Wasser ist meist besonders rein (oft entmineralisiert) und leicht temperiert, damit die Tropfen eine gleichmäßige Form bekommen.
- Je nach Halle folgen ein oder zwei Durchgänge mit unterschiedlicher Tropfengröße.
- Zum Schluss wird der Pebble oft leicht angeschliffen („nipped“), damit die Spitzen gleich hoch sind.
Wie viel Pebble eine Bahn braucht, hängt von Lufttemperatur, Luftfeuchtigkeit und Zuschauerzahl ab. Volle Hallen erwärmen die Luft und verändern das Eis. Deshalb gilt die Arbeit der Curling-Eismeister als Kunst für sich (mehr unter Eismeister).
Warum Hobby-Curling auf Eishockeyeis schwierig ist
In vielen deutschen Hallen wird Curling auf Eishockeyflächen gespielt. Das Eis dort ist für Schlittschuhe optimiert: kälter, härter und von Kufen zerschnitten. Für gutes Curling braucht es eine besonders ebene Fläche, eine passende Temperatur und frischen Pebble. Wie Eis für die verschiedenen Sportarten hergestellt und temperiert wird, erklärt der Artikel Eis herstellen & Eistemperatur.
Pebble im Spielverlauf
Am Anfang eines Spiels ist der Pebble frisch, die Steine laufen oft etwas langsamer und curlen anders als später. Mit jedem gespielten und gewischten Stein werden die Noppen in den häufig genutzten Laufwegen abgetragen. Erfahrene Skips merken sich, welche Linien „schneller“ geworden sind, und passen die Gewichtsangaben an. Bei längeren Turnieren wird zwischen den Spielen neu gepebbelt.
Häufige Fragen
+Was ist Pebble beim Curling?
Winzige gefrorene Wassertropfen auf der Eisoberfläche. Sie verringern die Kontaktfläche des Steins und sorgen für Gleiten und Kurvenlauf.
+Warum ist Curlingeis nicht glatt?
Auf völlig glattem Eis wäre die Reibung des großen, flachen Laufrings zu hoch. Der Pebble verringert die Auflagefläche drastisch.
+Wie oft wird gepebbelt?
Vor jedem Spiel, nachdem das Eis gereinigt und abgezogen wurde. Bei großen Turnieren entscheidet der Chef-Eismeister über Anzahl der Durchgänge und Tropfengröße.
Quellen & weiterführende Links
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Weiterlesen im Lexikon
Sportart
Curling
Curling ist ein Präzisionssport auf Eis, bei dem zwei Teams abwechselnd Granitsteine auf ein Ziel, das „Haus“, gleiten lassen. Durch Wischen vor dem Stein beeinflussen die Spieler Weite und Kurve. Punkte gibt es für jeden Stein, der näher am Zentrum liegt als der beste gegnerische Stein.
Fachbegriff
Hammer (letzter Stein) im Curling
Der Hammer ist im Curling der letzte Stein eines Ends. Das Team, das ihn spielt, hat einen großen Vorteil, weil der Gegner nicht mehr reagieren kann. Nach einem End mit Punkten wechselt der Hammer zum Team, das nicht gepunktet hat.
Hintergrund
Eismeister: der Beruf hinter dem perfekten Eis
Eismeister sind für Herstellung, Pflege und Qualität der Eisfläche in Eishallen verantwortlich. Sie fahren die Eismaschine, überwachen Kälteanlage und Hallenklima, bauen das Eis zu Saisonbeginn auf und passen es an die jeweilige Sportart an.
Hintergrund
Eis herstellen & Eistemperatur je Sportart
Kunsteis entsteht, indem auf eine gekühlte Betonplatte mit Kühlrohren in vielen dünnen Schichten Wasser aufgetragen wird. Die fertige Eisschicht ist meist nur wenige Zentimeter dick. Je nach Sportart wird das Eis unterschiedlich temperiert: für Eishockey und Eisschnelllauf kälter und härter, für Eiskunstlauf etwas wärmer und weicher.
Hintergrund
Eisaufbereitung & Eismaschine (Zamboni)
Die Eismaschine hobelt eine dünne Schicht vom Eis ab, sammelt den entstehenden Schnee ein, reinigt die Oberfläche und trägt einen dünnen Film warmes Wasser auf, der zu einer glatten neuen Eisschicht gefriert. Die erste solche Maschine baute Frank Zamboni 1949 in Kalifornien.

