Hintergrund · Eis & Technik

    Eis herstellen & Eistemperatur je Sportart

    Kunsteis entsteht, indem auf eine gekühlte Betonplatte mit Kühlrohren in vielen dünnen Schichten Wasser aufgetragen wird. Die fertige Eisschicht ist meist nur wenige Zentimeter dick. Je nach Sportart wird das Eis unterschiedlich temperiert: für Eishockey und Eisschnelllauf kälter und härter, für Eiskunstlauf etwas wärmer und weicher.

    3 Min. Lesezeit Stand: IceHub Redaktion

    Inhaltsverzeichnis
    1. Vom Wasser zur Eisfläche
    2. Welche Temperatur braucht welche Sportart?
    3. Die Luft spielt mit
    4. Freiluft und Natureis
    5. Pflege zwischen den Einheiten
    6. Häufige Fragen
    7. Quellen

    Steckbrief

    Eis herstellen & Eistemperatur je Sportart

    Eisdicke
    meist wenige Zentimeter
    Kälteträger
    z. B. Sole/Glykol, Ammoniak, CO₂
    Härtestes Eis
    Eisschnelllauf, Eishockey
    Weicheres Eis
    Eiskunstlauf

    Vom Wasser zur Eisfläche

    Eine Kunsteisfläche in einer Halle ist ein technisches Bauwerk. Unter dem Eis liegt eine Betonplatte, in die ein dichtes Netz aus Kühlrohren eingegossen ist. Eine Kälteanlage pumpt durch diese Rohre eine Flüssigkeit, die deutlich unter null Grad gekühlt ist. Je nach Anlage ist das eine Salzsole oder ein Glykolgemisch, in modernen Anlagen zunehmend natürliche Kältemittel wie Ammoniak oder CO₂. Darunter verhindern Dämmung und oft eine Bodenheizung, dass der Untergrund dauerhaft gefriert.

    Ist die Platte kalt genug, beginnt das Eismachen:

    1. Mit Schläuchen oder Sprühbalken werden sehr dünne Wasserschichten aufgetragen, die jeweils sofort gefrieren.
    2. Nach einigen Schichten wird das Eis weiß gefärbt. Dafür wird eine spezielle Farbe aufgesprüht und wieder überfroren.
    3. Dann werden Linien, Kreise und Logos aufgemalt oder als Folien eingelegt, etwa für Eishockey die blauen und roten Linien.
    4. Weitere Schichten werden aufgebaut, bis die gewünschte Dicke erreicht ist.

    So entsteht eine meist nur wenige Zentimeter dicke Eisschicht. Dünnes Eis hat einen Vorteil: Es lässt sich schneller und gleichmäßiger kühlen, das spart Energie.

    Welche Temperatur braucht welche Sportart?

    Eis ist nicht gleich Eis. Hallenbetreiber stellen die Oberflächentemperatur auf die Nutzung ein. Feste Normwerte gibt es nicht für alle Sportarten, die Richtwerte schwanken je nach Halle, Luftfeuchte und Zuschauerzahl. Die Tendenz ist aber eindeutig:

    SportartEisWarum
    Eisschnelllaufsehr kalt, sehr hartminimale Reibung, maximale Geschwindigkeit
    Eishockeykalt, hartschnelles Spiel, Puck bleibt flach
    Shorttrackkalt, aber griffigenge Kurven, Kufen müssen greifen
    Curlingetwas wärmer, extrem ebengleichmäßige Gleit- und Curleigenschaften
    Eiskunstlaufam wärmsten, weicherHalt beim Absprung, weichere Landungen

    In Mehrzweckhallen, in denen am selben Tag Eiskunstlauf und Eishockey trainieren, ist die Eistemperatur deshalb oft ein Kompromiss.

    Die Luft spielt mit

    Nicht nur die Eistemperatur zählt. Warme, feuchte Luft lässt Wasser an der Oberfläche kondensieren, das Eis wird weich und es bildet sich Nebel. Deshalb haben moderne Hallen Entfeuchtungsanlagen, und die Lufttemperatur über dem Eis wird kühl gehalten. Volle Ränge erwärmen die Halle spürbar, bei Profispielen müssen die Eismeister das einplanen.

    Freiluft und Natureis

    Auf Natureis, also zugefrorenen Seen und Kanälen, gibt es keine Kontrolle. Damit ein See sicher begehbar ist, braucht es eine ausreichend dicke, tragfähige Eisdecke. Behörden und Wasserwacht geben dafür Hinweise und Freigaben. Betritt Natureis nur, wenn es offiziell freigegeben ist.

    Pflege zwischen den Einheiten

    Damit das Eis seine Qualität behält, wird es regelmäßig mit der Eismaschine abgezogen und mit einer dünnen Wasserschicht erneuert. Wie das funktioniert, erklärt der Artikel Eisaufbereitung. Wer dafür verantwortlich ist, steht unter Eismeister.

    Häufige Fragen

    +Wie dick ist das Eis in einer Eishalle?

    In der Regel nur wenige Zentimeter, häufig etwa drei bis fünf. Dünneres Eis lässt sich effizienter und gleichmäßiger kühlen.

    +Warum ist Eis für Eiskunstlauf wärmer als für Eishockey?

    Etwas weicheres Eis gibt der Kufe beim Absprung mehr Halt und federt Landungen ab. Eishockey braucht dagegen hartes, schnelles Eis, auf dem der Puck gut gleitet.

    +Warum ist das Eis in Eishallen weiß?

    Weil die Fläche nach den ersten Eisschichten weiß eingefärbt wird. Reines Eis wäre durchsichtig und würde den grauen Beton zeigen.

    Quellen & weiterführende Links

    1. IIHF – Ice Rink Guide
    2. Wikipedia: Kunsteisbahn
    3. Wikipedia: Eisbahn

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