Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
Eis herstellen & Eistemperatur je Sportart
- Bereich
- Eis & Technik
- Eisdicke
- meist wenige Zentimeter
- Kälteträger
- z. B. Sole/Glykol, Ammoniak, CO₂
- Härtestes Eis
- Eisschnelllauf, Eishockey
- Weicheres Eis
- Eiskunstlauf
Vom Wasser zur Eisfläche
Eine Kunsteisfläche in einer Halle ist ein technisches Bauwerk. Unter dem Eis liegt eine Betonplatte, in die ein dichtes Netz aus Kühlrohren eingegossen ist. Eine Kälteanlage pumpt durch diese Rohre eine Flüssigkeit, die deutlich unter null Grad gekühlt ist. Je nach Anlage ist das eine Salzsole oder ein Glykolgemisch, in modernen Anlagen zunehmend natürliche Kältemittel wie Ammoniak oder CO₂. Darunter verhindern Dämmung und oft eine Bodenheizung, dass der Untergrund dauerhaft gefriert.
Ist die Platte kalt genug, beginnt das Eismachen:
- Mit Schläuchen oder Sprühbalken werden sehr dünne Wasserschichten aufgetragen, die jeweils sofort gefrieren.
- Nach einigen Schichten wird das Eis weiß gefärbt. Dafür wird eine spezielle Farbe aufgesprüht und wieder überfroren.
- Dann werden Linien, Kreise und Logos aufgemalt oder als Folien eingelegt, etwa für Eishockey die blauen und roten Linien.
- Weitere Schichten werden aufgebaut, bis die gewünschte Dicke erreicht ist.
So entsteht eine meist nur wenige Zentimeter dicke Eisschicht. Dünnes Eis hat einen Vorteil: Es lässt sich schneller und gleichmäßiger kühlen, das spart Energie.
Welche Temperatur braucht welche Sportart?
Eis ist nicht gleich Eis. Hallenbetreiber stellen die Oberflächentemperatur auf die Nutzung ein. Feste Normwerte gibt es nicht für alle Sportarten, die Richtwerte schwanken je nach Halle, Luftfeuchte und Zuschauerzahl. Die Tendenz ist aber eindeutig:
| Sportart | Eis | Warum |
|---|---|---|
| Eisschnelllauf | sehr kalt, sehr hart | minimale Reibung, maximale Geschwindigkeit |
| Eishockey | kalt, hart | schnelles Spiel, Puck bleibt flach |
| Shorttrack | kalt, aber griffig | enge Kurven, Kufen müssen greifen |
| Curling | etwas wärmer, extrem eben | gleichmäßige Gleit- und Curleigenschaften |
| Eiskunstlauf | am wärmsten, weicher | Halt beim Absprung, weichere Landungen |
In Mehrzweckhallen, in denen am selben Tag Eiskunstlauf und Eishockey trainieren, ist die Eistemperatur deshalb oft ein Kompromiss.
Die Luft spielt mit
Nicht nur die Eistemperatur zählt. Warme, feuchte Luft lässt Wasser an der Oberfläche kondensieren, das Eis wird weich und es bildet sich Nebel. Deshalb haben moderne Hallen Entfeuchtungsanlagen, und die Lufttemperatur über dem Eis wird kühl gehalten. Volle Ränge erwärmen die Halle spürbar, bei Profispielen müssen die Eismeister das einplanen.
Freiluft und Natureis
Auf Natureis, also zugefrorenen Seen und Kanälen, gibt es keine Kontrolle. Damit ein See sicher begehbar ist, braucht es eine ausreichend dicke, tragfähige Eisdecke. Behörden und Wasserwacht geben dafür Hinweise und Freigaben. Betritt Natureis nur, wenn es offiziell freigegeben ist.
Pflege zwischen den Einheiten
Damit das Eis seine Qualität behält, wird es regelmäßig mit der Eismaschine abgezogen und mit einer dünnen Wasserschicht erneuert. Wie das funktioniert, erklärt der Artikel Eisaufbereitung. Wer dafür verantwortlich ist, steht unter Eismeister.
Häufige Fragen
+Wie dick ist das Eis in einer Eishalle?
In der Regel nur wenige Zentimeter, häufig etwa drei bis fünf. Dünneres Eis lässt sich effizienter und gleichmäßiger kühlen.
+Warum ist Eis für Eiskunstlauf wärmer als für Eishockey?
Etwas weicheres Eis gibt der Kufe beim Absprung mehr Halt und federt Landungen ab. Eishockey braucht dagegen hartes, schnelles Eis, auf dem der Puck gut gleitet.
+Warum ist das Eis in Eishallen weiß?
Weil die Fläche nach den ersten Eisschichten weiß eingefärbt wird. Reines Eis wäre durchsichtig und würde den grauen Beton zeigen.
Quellen & weiterführende Links
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Weiterlesen im Lexikon
Hintergrund
Eisaufbereitung & Eismaschine (Zamboni)
Die Eismaschine hobelt eine dünne Schicht vom Eis ab, sammelt den entstehenden Schnee ein, reinigt die Oberfläche und trägt einen dünnen Film warmes Wasser auf, der zu einer glatten neuen Eisschicht gefriert. Die erste solche Maschine baute Frank Zamboni 1949 in Kalifornien.
Hintergrund
Eismeister: der Beruf hinter dem perfekten Eis
Eismeister sind für Herstellung, Pflege und Qualität der Eisfläche in Eishallen verantwortlich. Sie fahren die Eismaschine, überwachen Kälteanlage und Hallenklima, bauen das Eis zu Saisonbeginn auf und passen es an die jeweilige Sportart an.
Fachbegriff
Pebbling: warum Curlingeis Noppen hat
Pebbling bezeichnet das Aufsprühen feiner Wassertropfen auf Curlingeis. Die Tropfen gefrieren zu winzigen Noppen, dem „Pebble“. Der Stein liegt nur auf diesen Spitzen auf, gleitet dadurch weiter und läuft seine typische Kurve.
Fachbegriff
Puck: Maße, Material und warum er eingefroren wird
Der Puck ist die Hartgummischeibe im Eishockey: 2,54 cm dick, 7,62 cm im Durchmesser und 156 bis 170 Gramm schwer. Vor dem Spiel wird er tiefgekühlt, weil gefrorenes Gummi weniger springt und gleichmäßiger über das Eis gleitet.
Hintergrund
Geschichte der Eishallen und Kunsteisbahnen
Jahrhundertelang war Eissport an Natureis und kalte Winter gebunden. 1876 eröffnete in London mit dem Glaciarium die erste Kunsteisbahn. Seitdem machten Kältetechnik, überdachte Hallen und moderne Arenen Eissport zu jeder Jahreszeit und an fast jedem Ort möglich.
Sportart
Eis & Technik
Alles über Eis & Technik: Regeln, Geschichte, Zahlen und alle Begriffe.

