Hintergrund · Eis & Technik

    Eismeister: der Beruf hinter dem perfekten Eis

    Eismeister sind für Herstellung, Pflege und Qualität der Eisfläche in Eishallen verantwortlich. Sie fahren die Eismaschine, überwachen Kälteanlage und Hallenklima, bauen das Eis zu Saisonbeginn auf und passen es an die jeweilige Sportart an.

    3 Min. Lesezeit Stand: IceHub Redaktion

    Inhaltsverzeichnis
    1. Was macht ein Eismeister?
    2. Ein Job mit Fingerspitzengefühl
    3. Spezialisten: Curling-Eismeister
    4. Wie wird man Eismeister?
    5. Arbeitszeiten
    6. Ein typischer Tag in der Eishalle
    7. Häufige Fragen
    8. Quellen

    Steckbrief

    Eismeister: der Beruf hinter dem perfekten Eis

    Englisch
    Ice Technician / Ice Maker
    Arbeitsort
    Eishallen, Eisstadien, Curlinghallen
    Kernaufgaben
    Eisaufbereitung, Eisaufbau, Anlagenkontrolle
    Arbeitszeit
    oft früh, spät und am Wochenende

    Was macht ein Eismeister?

    Ohne Eismeister läuft in keiner Eishalle etwas. Sie sorgen dafür, dass morgens um sechs das Nachwuchstraining auf frischem Eis startet, mittags die Schulklassen laufen können und abends das Ligaspiel auf hartem, schnellem Eis stattfindet. Zu den typischen Aufgaben gehören:

    • Eisaufbereitung mit der Eismaschine zwischen allen Nutzungen (siehe Eisaufbereitung),
    • Kantenpflege an den Banden, wo die Maschine nicht hinkommt,
    • Überwachung der Kälteanlage, der Eis- und Lufttemperatur und der Luftfeuchte,
    • Eisaufbau zu Saisonbeginn inklusive Weißfärbung, Linien und Logos (siehe Eis herstellen),
    • Abtauen am Saisonende oder für andere Veranstaltungen,
    • Wartung der Eismaschine, etwa Messer schärfen und wechseln,
    • Sicherheit: Kontrolle von Banden, Toren und Glasscheiben.

    Ein Job mit Fingerspitzengefühl

    Eis reagiert auf alles: auf das Wetter draußen, die Zahl der Zuschauer, die Nutzung davor. Gute Eismeister kennen ihre Halle genau. Sie wissen, wann sie die Temperatur leicht anpassen müssen, damit das Eis zum Eiskunstlauf weich genug ist und zum Eishockey wieder hart, und wie viel Wasser die Maschine auftragen muss, ohne das Eis zu dick werden zu lassen.

    Bei Profispielen kommt Zeitdruck hinzu: Die Aufbereitung muss in der Drittelpause abgeschlossen sein, damit das Eis rechtzeitig gefroren ist.

    Spezialisten: Curling-Eismeister

    Eine eigene Disziplin sind die Eismeister im Curling. Curlingeis muss nahezu perfekt eben sein, die Temperatur extrem stabil. Vor jedem Spiel wird das Eis abgezogen und gepebbelt. Wie die Steine laufen, hängt direkt von dieser Arbeit ab. Bei internationalen Meisterschaften arbeiten deshalb erfahrene Chef-Eismeister mit eigenem Team.

    Wie wird man Eismeister?

    Einen einheitlichen staatlich anerkannten Ausbildungsberuf „Eismeister“ gibt es in Deutschland nicht. Viele Eismeister kommen aus handwerklichen oder technischen Berufen, etwa aus der Kälte- und Klimatechnik, der Elektrotechnik oder dem Bäderbetrieb, und lernen den Job in der Praxis. Ergänzend gibt es Schulungen von Herstellern von Eismaschinen und Kälteanlagen sowie Fortbildungen von Verbänden. Für das Fahren der Maschine und den Umgang mit Kältemitteln gelten je nach Anlage zusätzliche Anforderungen.

    Arbeitszeiten

    Eishallen sind oft von früh morgens bis spät abends geöffnet, dazu kommen Spiele an Wochenenden und Feiertagen. Schichtarbeit ist deshalb normal. Dafür arbeiten Eismeister mitten im Sport, und bei großen Spielen fährt kaum jemand so sichtbar übers Eis wie sie.

    Ein typischer Tag in der Eishalle

    Uhrzeit (Beispiel)Aufgabe
    früh morgensKontrolle der Anlage, erste Eisaufbereitung vor dem Nachwuchstraining
    vormittagsAufbereitung zwischen Schulsport und öffentlichem Lauf
    mittagsWartung, Messer schärfen, Banden kontrollieren
    nachmittagsAufbereitung zwischen Eiskunstlauf und Eishockeytraining, Temperatur anpassen
    abendsLigaspiel: Aufbereitung vor dem Spiel und in jeder Drittelpause
    nachtsletzte Aufbereitung, das Eis „heilt“ über Nacht

    Häufige Fragen

    +Gibt es eine Ausbildung zum Eismeister?

    Einen einheitlichen staatlichen Ausbildungsberuf „Eismeister“ gibt es in Deutschland nicht. Viele kommen aus technischen Berufen und bilden sich über Lehrgänge von Herstellern, Verbänden oder Bäderbetrieben weiter.

    +Was macht ein Eismeister außer Eis fahren?

    Er überwacht Kälteanlage, Luftfeuchte und Temperatur, baut das Eis zu Saisonbeginn auf, malt Linien ein, wartet die Eismaschine und schärft deren Messer.

    +Wie oft wird das Eis aufbereitet?

    Das hängt von der Nutzung ab, typischerweise zwischen Trainingseinheiten, öffentlichen Laufzeiten und in jeder Drittelpause.

    Quellen & weiterführende Links

    1. Wikipedia: Eisbearbeitungsmaschine
    2. World Curling – Ice Technicians

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