Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
Eismeister: der Beruf hinter dem perfekten Eis
- Bereich
- Eis & Technik
- Englisch
- Ice Technician / Ice Maker
- Arbeitsort
- Eishallen, Eisstadien, Curlinghallen
- Kernaufgaben
- Eisaufbereitung, Eisaufbau, Anlagenkontrolle
- Arbeitszeit
- oft früh, spät und am Wochenende
Was macht ein Eismeister?
Ohne Eismeister läuft in keiner Eishalle etwas. Sie sorgen dafür, dass morgens um sechs das Nachwuchstraining auf frischem Eis startet, mittags die Schulklassen laufen können und abends das Ligaspiel auf hartem, schnellem Eis stattfindet. Zu den typischen Aufgaben gehören:
- Eisaufbereitung mit der Eismaschine zwischen allen Nutzungen (siehe Eisaufbereitung),
- Kantenpflege an den Banden, wo die Maschine nicht hinkommt,
- Überwachung der Kälteanlage, der Eis- und Lufttemperatur und der Luftfeuchte,
- Eisaufbau zu Saisonbeginn inklusive Weißfärbung, Linien und Logos (siehe Eis herstellen),
- Abtauen am Saisonende oder für andere Veranstaltungen,
- Wartung der Eismaschine, etwa Messer schärfen und wechseln,
- Sicherheit: Kontrolle von Banden, Toren und Glasscheiben.
Ein Job mit Fingerspitzengefühl
Eis reagiert auf alles: auf das Wetter draußen, die Zahl der Zuschauer, die Nutzung davor. Gute Eismeister kennen ihre Halle genau. Sie wissen, wann sie die Temperatur leicht anpassen müssen, damit das Eis zum Eiskunstlauf weich genug ist und zum Eishockey wieder hart, und wie viel Wasser die Maschine auftragen muss, ohne das Eis zu dick werden zu lassen.
Bei Profispielen kommt Zeitdruck hinzu: Die Aufbereitung muss in der Drittelpause abgeschlossen sein, damit das Eis rechtzeitig gefroren ist.
Spezialisten: Curling-Eismeister
Eine eigene Disziplin sind die Eismeister im Curling. Curlingeis muss nahezu perfekt eben sein, die Temperatur extrem stabil. Vor jedem Spiel wird das Eis abgezogen und gepebbelt. Wie die Steine laufen, hängt direkt von dieser Arbeit ab. Bei internationalen Meisterschaften arbeiten deshalb erfahrene Chef-Eismeister mit eigenem Team.
Wie wird man Eismeister?
Einen einheitlichen staatlich anerkannten Ausbildungsberuf „Eismeister“ gibt es in Deutschland nicht. Viele Eismeister kommen aus handwerklichen oder technischen Berufen, etwa aus der Kälte- und Klimatechnik, der Elektrotechnik oder dem Bäderbetrieb, und lernen den Job in der Praxis. Ergänzend gibt es Schulungen von Herstellern von Eismaschinen und Kälteanlagen sowie Fortbildungen von Verbänden. Für das Fahren der Maschine und den Umgang mit Kältemitteln gelten je nach Anlage zusätzliche Anforderungen.
Arbeitszeiten
Eishallen sind oft von früh morgens bis spät abends geöffnet, dazu kommen Spiele an Wochenenden und Feiertagen. Schichtarbeit ist deshalb normal. Dafür arbeiten Eismeister mitten im Sport, und bei großen Spielen fährt kaum jemand so sichtbar übers Eis wie sie.
Ein typischer Tag in der Eishalle
| Uhrzeit (Beispiel) | Aufgabe |
|---|---|
| früh morgens | Kontrolle der Anlage, erste Eisaufbereitung vor dem Nachwuchstraining |
| vormittags | Aufbereitung zwischen Schulsport und öffentlichem Lauf |
| mittags | Wartung, Messer schärfen, Banden kontrollieren |
| nachmittags | Aufbereitung zwischen Eiskunstlauf und Eishockeytraining, Temperatur anpassen |
| abends | Ligaspiel: Aufbereitung vor dem Spiel und in jeder Drittelpause |
| nachts | letzte Aufbereitung, das Eis „heilt“ über Nacht |
Häufige Fragen
+Gibt es eine Ausbildung zum Eismeister?
Einen einheitlichen staatlichen Ausbildungsberuf „Eismeister“ gibt es in Deutschland nicht. Viele kommen aus technischen Berufen und bilden sich über Lehrgänge von Herstellern, Verbänden oder Bäderbetrieben weiter.
+Was macht ein Eismeister außer Eis fahren?
Er überwacht Kälteanlage, Luftfeuchte und Temperatur, baut das Eis zu Saisonbeginn auf, malt Linien ein, wartet die Eismaschine und schärft deren Messer.
+Wie oft wird das Eis aufbereitet?
Das hängt von der Nutzung ab, typischerweise zwischen Trainingseinheiten, öffentlichen Laufzeiten und in jeder Drittelpause.
Quellen & weiterführende Links
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Weiterlesen im Lexikon
Hintergrund
Eisaufbereitung & Eismaschine (Zamboni)
Die Eismaschine hobelt eine dünne Schicht vom Eis ab, sammelt den entstehenden Schnee ein, reinigt die Oberfläche und trägt einen dünnen Film warmes Wasser auf, der zu einer glatten neuen Eisschicht gefriert. Die erste solche Maschine baute Frank Zamboni 1949 in Kalifornien.
Hintergrund
Eis herstellen & Eistemperatur je Sportart
Kunsteis entsteht, indem auf eine gekühlte Betonplatte mit Kühlrohren in vielen dünnen Schichten Wasser aufgetragen wird. Die fertige Eisschicht ist meist nur wenige Zentimeter dick. Je nach Sportart wird das Eis unterschiedlich temperiert: für Eishockey und Eisschnelllauf kälter und härter, für Eiskunstlauf etwas wärmer und weicher.
Fachbegriff
Pebbling: warum Curlingeis Noppen hat
Pebbling bezeichnet das Aufsprühen feiner Wassertropfen auf Curlingeis. Die Tropfen gefrieren zu winzigen Noppen, dem „Pebble“. Der Stein liegt nur auf diesen Spitzen auf, gleitet dadurch weiter und läuft seine typische Kurve.
Hintergrund
Geschichte der Eishallen und Kunsteisbahnen
Jahrhundertelang war Eissport an Natureis und kalte Winter gebunden. 1876 eröffnete in London mit dem Glaciarium die erste Kunsteisbahn. Seitdem machten Kältetechnik, überdachte Hallen und moderne Arenen Eissport zu jeder Jahreszeit und an fast jedem Ort möglich.
Sportart
Eis & Technik
Alles über Eis & Technik: Regeln, Geschichte, Zahlen und alle Begriffe.

