Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
Geschichte der Eishallen und Kunsteisbahnen
- Bereich
- Eis & Technik
- Erste Kunsteisbahn
- Glaciarium, London, 1876
- Erfinder
- John Gamgee
- Heute
- Multifunktionsarenen, Eisschnelllaufhallen
Eissport auf Natureis
Bis ins 19. Jahrhundert fand Eissport auf natürlichem Eis statt: auf zugefrorenen Seen, Flüssen, Kanälen und gefluteten Wiesen. Die Niederlande mit ihren Kanälen wurden so zur Heimat des Eisschnelllaufs, Schottland mit seinen Lochs zur Heimat des Curlings. Die Saison war kurz und vom Wetter abhängig. Ein milder Winter konnte sie fast ganz ausfallen lassen.
1876: die erste Kunsteisbahn
Der britische Wissenschaftler John Gamgee eröffnete 1876 in London das Glaciarium, die erste mechanisch gekühlte Eisbahn der Welt. Unter der Fläche verliefen Rohre, durch die eine gekühlte Flüssigkeit floss. Das Prinzip gilt bis heute. Die Bahn war klein und kämpfte mit Kondenswasser und Nebel, bewies aber, dass Eis unabhängig vom Wetter möglich ist.
In den folgenden Jahrzehnten entstanden Kunsteisbahnen in vielen Großstädten Europas und Nordamerikas. Sie wurden zu beliebten Treffpunkten der Gesellschaft. Eislaufen war ein Freizeitvergnügen, und die Bahnen dienten zugleich als Bühne für die ersten organisierten Wettkämpfe.
Eishockey zieht in die Halle
Mit dem Aufstieg des Eishockeys wuchs der Bedarf an überdachten Flächen mit Zuschauerrängen. In Nordamerika entstanden Anfang des 20. Jahrhunderts erste große Arenen mit Kunsteis. Überdachte Eishallen machten Spiele planbar und ermöglichten Profiligen mit festem Spielplan.
Der Hallenboom
Ab der Mitte des 20. Jahrhunderts wurden auch in Europa und in Deutschland zahlreiche Eissporthallen gebaut, oft als kommunale Freizeiteinrichtungen mit öffentlichem Lauf, Vereinstraining und Ligaspielen. Viele dieser Hallen stammen aus den 1960er bis 1980er Jahren und werden heute modernisiert, etwa mit effizienteren Kälteanlagen, natürlichen Kältemitteln und Wärmerückgewinnung.
Eisschnelllauf unter Dach
Lange liefen Eisschnellläufer unter freiem Himmel. Erst gegen Ende des 20. Jahrhunderts setzten sich überdachte 400-m-Hallen durch. Seit den Olympischen Spielen 1988 in Calgary finden olympische Eisschnelllauf-Rennen in Hallen statt. Kontrollierte Bedingungen sorgen für schnelleres Eis und viele Weltrekorde, besonders auf Höhenbahnen (siehe Eisschnelllauf).
Heute: Multifunktionsarenen und Klimafragen
Moderne Arenen verwandeln sich innerhalb weniger Stunden von der Eishockeyfläche zum Konzertsaal. Das Eis bleibt dann oft unter einer isolierenden Abdeckung liegen. Gleichzeitig sind Eishallen große Energieverbraucher. Neue Anlagen nutzen deshalb die Abwärme der Kälteanlage, etwa für Duschen, Heizung oder angrenzende Schwimmbäder.
Wie das Eis selbst hergestellt wird, erklärt Eis herstellen & Eistemperatur. Eishallen in deiner Nähe findest du in unserem Eishallen-Verzeichnis.
Meilensteine im Überblick
| Zeit | Entwicklung |
|---|---|
| bis 19. Jh. | Eissport fast nur auf Natureis |
| 1876 | Glaciarium in London: erste Kunsteisbahn |
| um 1900 | Kunsteisbahnen in vielen Großstädten |
| 1949 | erste Eismaschine von Frank Zamboni (siehe Eisaufbereitung) |
| 2. Hälfte 20. Jh. | Bau vieler kommunaler Eissporthallen |
| 1988 | Olympischer Eisschnelllauf erstmals in einer Halle (Calgary) |
| heute | energieeffiziente Hallen, natürliche Kältemittel, Abwärmenutzung |
Häufige Fragen
+Wo war die erste Kunsteisbahn der Welt?
In London: Das Glaciarium von John Gamgee eröffnete 1876.
+Seit wann gibt es Eishallen in Deutschland?
Kunsteisbahnen gab es in Deutschland bereits Anfang des 20. Jahrhunderts. Ein großer Ausbau überdachter Eishallen erfolgte vor allem in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
+Warum finden Eisschnelllauf-Rennen heute in Hallen statt?
In Hallen sind Temperatur, Wind und Luftfeuchte kontrollierbar. Das Eis ist gleichmäßiger und schneller, Wettkämpfe sind wetterunabhängig.
Quellen & weiterführende Links
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Weiterlesen im Lexikon
Hintergrund
Eis herstellen & Eistemperatur je Sportart
Kunsteis entsteht, indem auf eine gekühlte Betonplatte mit Kühlrohren in vielen dünnen Schichten Wasser aufgetragen wird. Die fertige Eisschicht ist meist nur wenige Zentimeter dick. Je nach Sportart wird das Eis unterschiedlich temperiert: für Eishockey und Eisschnelllauf kälter und härter, für Eiskunstlauf etwas wärmer und weicher.
Hintergrund
Eisaufbereitung & Eismaschine (Zamboni)
Die Eismaschine hobelt eine dünne Schicht vom Eis ab, sammelt den entstehenden Schnee ein, reinigt die Oberfläche und trägt einen dünnen Film warmes Wasser auf, der zu einer glatten neuen Eisschicht gefriert. Die erste solche Maschine baute Frank Zamboni 1949 in Kalifornien.
Hintergrund
Eismeister: der Beruf hinter dem perfekten Eis
Eismeister sind für Herstellung, Pflege und Qualität der Eisfläche in Eishallen verantwortlich. Sie fahren die Eismaschine, überwachen Kälteanlage und Hallenklima, bauen das Eis zu Saisonbeginn auf und passen es an die jeweilige Sportart an.
Sportart
Eisschnelllauf
Eisschnelllauf ist ein Ausdauer- und Sprintsport auf der 400-Meter-Bahn. Jeweils zwei Läufer starten gegeneinander, entscheidend ist aber die gelaufene Zeit. Die Strecken reichen von 500 bis 10.000 Metern, dazu kommen Teamverfolgung und Massenstart.
Sportart
Eishockey
Eishockey ist ein Mannschaftssport auf Schlittschuhen, bei dem zwei Teams mit je fünf Feldspielern und einem Torhüter versuchen, einen Hartgummi-Puck mit dem Schläger ins gegnerische Tor zu befördern. Gespielt werden drei Drittel à 20 Minuten effektiver Spielzeit.
Sportart
Eis & Technik
Alles über Eis & Technik: Regeln, Geschichte, Zahlen und alle Begriffe.

