Hintergrund · Eis & Technik

    Geschichte der Eishallen und Kunsteisbahnen

    Jahrhundertelang war Eissport an Natureis und kalte Winter gebunden. 1876 eröffnete in London mit dem Glaciarium die erste Kunsteisbahn. Seitdem machten Kältetechnik, überdachte Hallen und moderne Arenen Eissport zu jeder Jahreszeit und an fast jedem Ort möglich.

    3 Min. Lesezeit Stand: IceHub Redaktion

    Inhaltsverzeichnis
    1. Eissport auf Natureis
    2. 1876: die erste Kunsteisbahn
    3. Eishockey zieht in die Halle
    4. Der Hallenboom
    5. Eisschnelllauf unter Dach
    6. Heute: Multifunktionsarenen und Klimafragen
    7. Meilensteine im Überblick
    8. Häufige Fragen
    9. Quellen

    Steckbrief

    Geschichte der Eishallen und Kunsteisbahnen

    Erste Kunsteisbahn
    Glaciarium, London, 1876
    Erfinder
    John Gamgee
    Heute
    Multifunktionsarenen, Eisschnelllaufhallen

    Eissport auf Natureis

    Bis ins 19. Jahrhundert fand Eissport auf natürlichem Eis statt: auf zugefrorenen Seen, Flüssen, Kanälen und gefluteten Wiesen. Die Niederlande mit ihren Kanälen wurden so zur Heimat des Eisschnelllaufs, Schottland mit seinen Lochs zur Heimat des Curlings. Die Saison war kurz und vom Wetter abhängig. Ein milder Winter konnte sie fast ganz ausfallen lassen.

    1876: die erste Kunsteisbahn

    Der britische Wissenschaftler John Gamgee eröffnete 1876 in London das Glaciarium, die erste mechanisch gekühlte Eisbahn der Welt. Unter der Fläche verliefen Rohre, durch die eine gekühlte Flüssigkeit floss. Das Prinzip gilt bis heute. Die Bahn war klein und kämpfte mit Kondenswasser und Nebel, bewies aber, dass Eis unabhängig vom Wetter möglich ist.

    In den folgenden Jahrzehnten entstanden Kunsteisbahnen in vielen Großstädten Europas und Nordamerikas. Sie wurden zu beliebten Treffpunkten der Gesellschaft. Eislaufen war ein Freizeitvergnügen, und die Bahnen dienten zugleich als Bühne für die ersten organisierten Wettkämpfe.

    Eishockey zieht in die Halle

    Mit dem Aufstieg des Eishockeys wuchs der Bedarf an überdachten Flächen mit Zuschauerrängen. In Nordamerika entstanden Anfang des 20. Jahrhunderts erste große Arenen mit Kunsteis. Überdachte Eishallen machten Spiele planbar und ermöglichten Profiligen mit festem Spielplan.

    Der Hallenboom

    Ab der Mitte des 20. Jahrhunderts wurden auch in Europa und in Deutschland zahlreiche Eissporthallen gebaut, oft als kommunale Freizeiteinrichtungen mit öffentlichem Lauf, Vereinstraining und Ligaspielen. Viele dieser Hallen stammen aus den 1960er bis 1980er Jahren und werden heute modernisiert, etwa mit effizienteren Kälteanlagen, natürlichen Kältemitteln und Wärmerückgewinnung.

    Eisschnelllauf unter Dach

    Lange liefen Eisschnellläufer unter freiem Himmel. Erst gegen Ende des 20. Jahrhunderts setzten sich überdachte 400-m-Hallen durch. Seit den Olympischen Spielen 1988 in Calgary finden olympische Eisschnelllauf-Rennen in Hallen statt. Kontrollierte Bedingungen sorgen für schnelleres Eis und viele Weltrekorde, besonders auf Höhenbahnen (siehe Eisschnelllauf).

    Heute: Multifunktionsarenen und Klimafragen

    Moderne Arenen verwandeln sich innerhalb weniger Stunden von der Eishockeyfläche zum Konzertsaal. Das Eis bleibt dann oft unter einer isolierenden Abdeckung liegen. Gleichzeitig sind Eishallen große Energieverbraucher. Neue Anlagen nutzen deshalb die Abwärme der Kälteanlage, etwa für Duschen, Heizung oder angrenzende Schwimmbäder.

    Wie das Eis selbst hergestellt wird, erklärt Eis herstellen & Eistemperatur. Eishallen in deiner Nähe findest du in unserem Eishallen-Verzeichnis.

    Meilensteine im Überblick

    ZeitEntwicklung
    bis 19. Jh.Eissport fast nur auf Natureis
    1876Glaciarium in London: erste Kunsteisbahn
    um 1900Kunsteisbahnen in vielen Großstädten
    1949erste Eismaschine von Frank Zamboni (siehe Eisaufbereitung)
    2. Hälfte 20. Jh.Bau vieler kommunaler Eissporthallen
    1988Olympischer Eisschnelllauf erstmals in einer Halle (Calgary)
    heuteenergieeffiziente Hallen, natürliche Kältemittel, Abwärmenutzung

    Häufige Fragen

    +Wo war die erste Kunsteisbahn der Welt?

    In London: Das Glaciarium von John Gamgee eröffnete 1876.

    +Seit wann gibt es Eishallen in Deutschland?

    Kunsteisbahnen gab es in Deutschland bereits Anfang des 20. Jahrhunderts. Ein großer Ausbau überdachter Eishallen erfolgte vor allem in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

    +Warum finden Eisschnelllauf-Rennen heute in Hallen statt?

    In Hallen sind Temperatur, Wind und Luftfeuchte kontrollierbar. Das Eis ist gleichmäßiger und schneller, Wettkämpfe sind wetterunabhängig.

    Quellen & weiterführende Links

    1. Wikipedia: Glaciarium
    2. Wikipedia: Kunsteisbahn
    3. Wikipedia: Eissporthalle

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