Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
Wasch- und Finishersystem der Eismaschine
- Baugruppe
- 4 von 5
- Aufgabe
- Eis waschen, neue Wasserschicht glätten
- Kernbauteil
- Tuch (Finisher) am Conditioner
- Übergeordnet
- Eisaufbereitung

Einfach erklärt
Erst spülen, dann neu auftragen, dann glätten. Nach dem Hobeln lösen Wasserstrahlen feinen Schmutz aus den Rillen, und das schmutzige Wasser wird sofort wieder eingesaugt. Danach läuft frisches Wasser hinter dem Conditioner auf ein Tuch, das den dünnen Wasserfilm gleichmäßig über die Fläche verteilt. Auf dem kalten Untergrund gefriert er zu einer neuen, glatten Oberfläche.
Die Bauteile im Überblick
Die Nummern entsprechen der Grafik. Sie zeigt eine typische Ausführung; nicht jede Maschine hat einen Waschkreislauf.
- Waschwasser-Zufuhr: Sie bringt Wasser in den Conditioner, um Schmutz aus Rillen und Poren zu lösen. Laut Wikipedia sitzen die Düsen direkt vor dem Messer und sprühen das Wasser kräftig ins Eis.
- Waschkammer im Conditioner: Hier wird die bearbeitete Fläche gespült. Laut Wikipedia halten seitliche Kufen (Runners) den Sprühnebel im Conditioner.
- Rücklauf / Aufnahme des Schmutzwassers: Er führt gelöstes Schmutzwasser zurück, sofern die Maschine mit Waschsystem arbeitet. Ein Gummiabzieher und eine Saugdüse nehmen das Wasser auf; im Zamboni-System wird es gefiltert und wiederverwendet, bei WM technics wird es über eine Saugleiste in den Schneebehälter geführt.
- Eiswasser-Zufuhr: Sie leitet sauberes Wasser für die neue Eisdecke zum Auslass, getrennt vom Waschwasser.
- Wasserverteiler / Auslass: Ein Sprührohr verteilt das Eiswasser gleichmäßig über die gesamte Breite. WM technics nennt zusätzlich eine Dosierung für Kurvenfahrten, damit innen nicht zu viel Wasser liegt.
- Tuch / Finisher: Das nachgezogene Tuch glättet den Wasserfilm und verteilt ihn fein auf der Eisfläche. Laut Wikipedia sorgt es für eine glatte, kontrollierte Wasserablage.
- Eisoberfläche hinter der Maschine: Sie zeigt den glatten, frischen Wasserfilm, der auf der kalten Bahn gefriert.
Waschen und Finishen im Ablauf
Beide Schritte laufen bei der Fahrt gleichzeitig ab, nur räumlich hintereinander im Conditioner. Das Zamboni-Handbuch beschreibt das Ziel so: Das Eis wird gehobelt, der Schnee eingesammelt, das Eis mit dem Waschwassersystem gewaschen und eine letzte Schicht Wasser aufgetragen. Früher erledigten Hallenmitarbeiter das mit Schaber, Besen und Schlauch in getrennten Durchgängen; die Eismaschine fasst alles in einer Fahrt zusammen. Mehr zur Herkunft steht unter Zamboni-Geschichte.
Wie viel Wasser aufgetragen wird, entscheidet der Fahrer laufend. Zu viel Wasser gefriert langsam und kann Pfützen bilden, zu wenig füllt die Rillen nicht. In Kurven fährt die Maschine innen langsamer als außen, deshalb wird dort häufig die Wassermenge angepasst.
Warum wichtig?
Hier entsteht die Oberfläche, auf der gespielt und gelaufen wird. Sauberes Wasser auf sauberem Eis ergibt klares, hartes Eis; Schmutz dagegen friert ein, macht die Fläche stumpf und dunkel. Das Tuch sorgt dafür, dass die neue Schicht überall gleich dünn ist und schnell und sauber anfriert. Eine Fläche, die nach dem Durchgang gleichmäßig glänzt, ist das sichtbarste Qualitätsmerkmal einer guten Aufbereitung.
Wartung und Praxis
- Tuch pflegen: Nach dem Einsatz reinigen und trocknen lassen, bei Verschleiß tauschen. Hersteller liefern meist Ersatztücher mit; bei der WM Mammoth gehören zwei Tücher zum Lieferumfang.
- Düsen und Sprührohr: Auf Verstopfungen prüfen, denn eine zugesetzte Düse hinterlässt sichtbare Streifen.
- Runners und Abzieher: Seitliche Kufen und Gummilippen verschleißen. WM technics beschreibt austauschbare Kunststoffkufen.
- Waschwasser: Laut Zamboni-Handbuch der 552AC wird der Waschwassertank vor dem Waschen mit kaltem Wasser gefüllt.
Wann gewaschen wird
Nicht jede Aufbereitung braucht den vollen Waschgang. Nach einem Training mit wenig Publikum reicht oft Hobeln und Neuauftragen. Nach Spielen, Publikumslauf oder Veranstaltungen liegen mehr Schmutz, Staub und Fremdpartikel auf dem Eis, und das Waschsystem lohnt sich. Wie oft eine Halle wäscht, ist Teil ihrer eigenen Pflegeroutine und hängt auch von Wasserverbrauch und Wasserqualität ab.
Weiterlesen
Baugruppe 5 erklärt die Hydraulik, die Conditioner, Schnecken und Schneebehälter bewegt.
- Eisaufbereitung & Eismaschine: die Übersicht
- Eismeister: wer die Maschine fährt
- Eistemperatur: warum Grade zählen
- Zamboni-Geschichte: wie alles begann
Häufige Fragen
+Was ist der Finisher?
Das Tuch, das hinter dem Conditioner über das Eis gezogen wird. Es wird von oben mit Eiswasser benetzt und verteilt es als gleichmäßigen, dünnen Film.
+Muss man jedes Mal waschen?
Nicht zwingend. Das Waschsystem wird je nach Verschmutzung und Hallenroutine zugeschaltet; laut Zamboni führt regelmäßiges Waschen zu einer saubereren, hochwertigen Eisfläche.
+Warum ist die Fläche nach der Eismaschine nass?
Der aufgetragene Wasserfilm muss erst gefrieren. Je nach Eis- und Hallentemperatur dauert das einige Minuten, deshalb wird die Fläche erst danach wieder freigegeben.
Quellen & weiterführende Links
- Wikipedia (en): Ice resurfacer
- Zamboni – How It Works
- Zamboni 552AC – Operating Instructions (ManualsLib)
- WM technics – High-performance Conditioner
- WM technics – Mammoth (Produktseite)
- Wikipedia: Eisbearbeitungsmaschine
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Weiterlesen im Lexikon
Hintergrund
Eisaufbereitung & Eismaschine (Zamboni)
Die Eismaschine hobelt eine dünne Schicht vom Eis ab, sammelt den entstehenden Schnee ein, reinigt die Oberfläche und trägt einen dünnen Film warmes Wasser auf, der zu einer glatten neuen Eisschicht gefriert. Die erste solche Maschine baute Frank Zamboni 1949 in Kalifornien.
Hintergrund
Eismeister: der Beruf hinter dem perfekten Eis
Eismeister sind für Herstellung, Pflege und Qualität der Eisfläche in Eishallen verantwortlich. Sie fahren die Eismaschine, überwachen Kälteanlage und Hallenklima, bauen das Eis zu Saisonbeginn auf und passen es an die jeweilige Sportart an.
Hintergrund
Eis herstellen & Eistemperatur je Sportart
Kunsteis entsteht, indem auf eine gekühlte Betonplatte mit Kühlrohren in vielen dünnen Schichten Wasser aufgetragen wird. Die fertige Eisschicht ist meist nur wenige Zentimeter dick. Je nach Sportart wird das Eis unterschiedlich temperiert: für Eishockey und Eisschnelllauf kälter und härter, für Eiskunstlauf etwas wärmer und weicher.
Hintergrund
Zamboni: Geschichte der Eisbearbeitungsmaschine
Die Zamboni ist die bekannteste Eisbearbeitungsmaschine der Welt. Erfunden hat sie der Kalifornier Frank J. Zamboni, der 1949 ein erstes funktionierendes Modell für seine eigene Eisbahn baute. Der Markenname steht heute weltweit für die Maschine, die in Pausen das Eis glättet.
Sportart
Eis & Technik
Alles über Eis & Technik: Regeln, Geschichte, Zahlen und alle Begriffe.

