Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
Zamboni: Geschichte der Eisbearbeitungsmaschine
- Erfinder
- Frank J. Zamboni (1901–1988)
- Erstes Modell
- Model A, 1949
- Ort
- Paramount, Kalifornien
- Patent
- 1953 erteilt
- Thema
- Eisaufbereitung
Vom Eisblock zur Eisbahn
Frank J. Zamboni wurde 1901 in Utah geboren, als Sohn italienischer Einwanderer. In den 1920er-Jahren zog er nach Südkalifornien und betrieb mit seinem Bruder Lawrence in Paramount zunächst ein Geschäft für Elektro- und Kältetechnik. Sie stellten unter anderem Eisblöcke her, mit denen Händler Obst und Gemüse kühlten. Als Kühlschränke dieses Geschäft verdrängten, suchten die Brüder eine neue Verwendung für ihr Wissen über Kälte.
1940 eröffneten sie die Eisbahn Iceland in Paramount, damals eine der größten Eisflächen in den USA. Die Bahn gibt es bis heute.
Das Problem: Eis glätten dauerte ewig
Damals wurde Eis von Hand aufbereitet. Ein Traktor zog einen Hobel über die Fläche, danach schoben mehrere Arbeiter die Späne weg, spritzten Wasser auf und zogen es glatt. Das dauerte lange, und in dieser Zeit stand die Bahn leer. Zamboni wollte das ändern: eine Maschine, die hobelt, die Späne aufnimmt, wäscht und neues Wasser aufträgt, alles in einem Durchgang und von einer Person bedient.
Das Model A
Nach mehreren Prototypen stellte Zamboni 1949 das Model A fertig. Es war auf einem Jeep-Fahrgestell aufgebaut und sah eher nach Bastelarbeit aus, erfüllte aber seinen Zweck. Die Maschine reduzierte die Aufbereitungszeit drastisch. 1953 erhielt Zamboni ein Patent auf seine Erfindung.
Durchbruch durch Sonja Henie
Den Durchbruch verdankt die Maschine auch der norwegischen Eiskunstläuferin und Hollywood-Schauspielerin Sonja Henie. Sie trainierte in Paramount, sah die Maschine und bestellte eine für ihre Eisshow-Tournee. Bald wollten auch andere Eisbahnen und Eishockeyteams eine Zamboni. 1954 setzten die Boston Bruins als eines der ersten NHL-Teams eine Maschine ein. Bei den Olympischen Winterspielen 1960 in Squaw Valley kam eine Zamboni bei Olympia zum Einsatz und wurde dadurch international bekannt.
Wie die Maschine funktioniert
Das Prinzip ist seit Jahrzehnten gleich. Ein scharfes Messer hobelt eine dünne Schicht vom Eis. Eine Schnecke schiebt die Späne zu einem Förderer, der sie in einen Schneebehälter vorne an der Maschine transportiert. Gleichzeitig wird Wasser aufgetragen, das Schmutz löst und wieder abgesaugt wird. Am Ende legt ein Tuch eine dünne Schicht warmes Wasser auf, das schnell und glatt gefriert. Details stehen im Eintrag Eisaufbereitung.
Ein Markenname wird zum Begriff
„Zamboni“ ist ein eingetragenes Warenzeichen. Trotzdem nennen viele Menschen jede Eisbearbeitungsmaschine so, ähnlich wie bei Tempo oder Jeep. Das Unternehmen achtet allerdings darauf, dass der Name korrekt verwendet wird. Neben Zamboni gibt es weitere Hersteller, zum Beispiel Engo aus Slowenien und Resurfice aus Kanada. Moderne Maschinen fahren zunehmend elektrisch, weil Abgase in geschlossenen Hallen problematisch sind. Wer die Maschine fährt und was ein Eismeister sonst tut, erklärt der Eintrag Eismeister.
Kurioses rund um die Zamboni
- Im Februar 2020 musste in der NHL ein Notfall-Torhüter einspringen: David Ayres, der als Fahrer von Eisbearbeitungsmaschinen in Toronto arbeitete. Er hielt mehrere Schüsse und gewann mit den Carolina Hurricanes gegen die Toronto Maple Leafs.
- In den Peanuts-Comics von Charles M. Schulz, einem großen Eishockeyfan, taucht die Zamboni mehrfach auf.
- Frank Zamboni wurde nach seinem Tod in mehrere Ruhmeshallen aufgenommen, darunter die US Hockey Hall of Fame.
- Die Pausenfahrt der Maschine ist in vielen Hallen ein kleines Ritual. Kinder winken dem Fahrer, und manche Teams verlosen eine Mitfahrt.
Häufige Fragen
+Wer hat die Zamboni erfunden?
Frank J. Zamboni aus Paramount, Kalifornien. Sein erstes funktionierendes Modell entstand 1949.
+Ist Zamboni ein Markenname?
Ja. Viele nennen jede Eisbearbeitungsmaschine so, es gibt aber auch andere Hersteller.
+Wie funktioniert eine Zamboni?
Sie hobelt eine dünne Eisschicht ab, nimmt die Späne auf, wäscht das Eis und trägt eine dünne Schicht warmes Wasser auf.
Quellen & weiterführende Links
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Weiterlesen im Lexikon
Hintergrund
Eisaufbereitung & Eismaschine (Zamboni)
Die Eismaschine hobelt eine dünne Schicht vom Eis ab, sammelt den entstehenden Schnee ein, reinigt die Oberfläche und trägt einen dünnen Film warmes Wasser auf, der zu einer glatten neuen Eisschicht gefriert. Die erste solche Maschine baute Frank Zamboni 1949 in Kalifornien.
Hintergrund
Eismeister: der Beruf hinter dem perfekten Eis
Eismeister sind für Herstellung, Pflege und Qualität der Eisfläche in Eishallen verantwortlich. Sie fahren die Eismaschine, überwachen Kälteanlage und Hallenklima, bauen das Eis zu Saisonbeginn auf und passen es an die jeweilige Sportart an.
Hintergrund
Geschichte der Eishallen und Kunsteisbahnen
Jahrhundertelang war Eissport an Natureis und kalte Winter gebunden. 1876 eröffnete in London mit dem Glaciarium die erste Kunsteisbahn. Seitdem machten Kältetechnik, überdachte Hallen und moderne Arenen Eissport zu jeder Jahreszeit und an fast jedem Ort möglich.
Hintergrund
Natureis vs. Kunsteis
Natureis entsteht ohne Technik durch Frost, etwa auf Seen oder gefluteten Flächen. Kunsteis wird mit Kältemaschinen erzeugt, die Rohre unter der Eisfläche kühlen. Kunsteis ist planbar und gleichmäßig, Natureis hängt vom Wetter ab, bietet aber besondere Erlebnisse.
Sportart
Eishockey
Eishockey ist ein Mannschaftssport auf Schlittschuhen, bei dem zwei Teams mit je fünf Feldspielern und einem Torhüter versuchen, einen Hartgummi-Puck mit dem Schläger ins gegnerische Tor zu befördern. Gespielt werden drei Drittel à 20 Minuten effektiver Spielzeit.
Sportart
Eis & Technik
Alles über Eis & Technik: Regeln, Geschichte, Zahlen und alle Begriffe.

