Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
T-Blade: das Wechselkufensystem für Schlittschuhe
- Bereich
- Eis & Technik
- Art
- Wechselkufensystem für Schlittschuhe
- Hersteller
- t’blade sports GmbH, Türkheim (Bayern)
- Idee
- Anfang der 1990er-Jahre (Holger Würthner)
- Komponenten
- Holder, Stabilisator, Runner, Clips
- Hohlradien
- 9, 11, 13, 15 mm
- Systemgrößen
- 248–300 mm (ab ca. EU 37)
- Profil
- T-Blade auf IceHub
Was ist T-Blade?
T-Blade (Eigenschreibweise t-blade oder t’blade) ist ein Wechselkufensystem für Schlittschuhe. Statt einer massiven Stahlkufe, die regelmäßig geschliffen wird, besteht es aus einem Kunststoffträger und einem austauschbaren Runner. Nur ein schmales Metallband im Runner berührt das Eis. Ist dessen Kante stumpf oder beschädigt, wird der Runner gewechselt; ein Schleiftermin entfällt.
Der Hersteller beschreibt das Prinzip selbst mit dem Vergleich zu Rasierklingen: Das System bleibt am Schuh, das Verschleißteil wird ersetzt. Weil die Runner industriell mit festem Hohlradius und gleichbleibender Rockerform gefertigt werden, soll jeder neue Runner derselben Variante wieder dasselbe Fahrgefühl liefern. Gedacht ist T-Blade für Eishockey und Freizeitlauf, nicht für Eiskunstlauf.

Geschichte
Die Idee eines modularen Kufensystems entwickelte Holger Würthner Anfang der 1990er-Jahre; der Hersteller nennt 1992 als Startpunkt. Zunächst trat t’blade mit einem kompletten eigenen Schlittschuh gegen etablierte Marken an. Nach schwierigen Anfangsjahren folgte ein Strategiewechsel: Anfang der 2000er-Jahre konzentrierte sich das Unternehmen auf das Kufensystem selbst. 2002 begann laut Firmengeschichte die Zusammenarbeit mit Graf Canada, die unter anderem den Supra 735 mit t’blade ausstattete. Mitte der 2000er-Jahre wurde das System nach Angaben des Herstellers auch im Profisport bis in die NHL eingesetzt.
2014 entstand am Standort Türkheim im Allgäu die heutige t’blade sports GmbH, geführt von Christian Walk. Der Vertrieb läuft seitdem stärker direkt an Eissportler. In den 2020er-Jahren kamen Freestyle, Individualisierung und ein Online-Konfigurator hinzu.
Die Komponenten
| Teil | Aufgabe |
|---|---|
| Holder | Kufenhalter, verbindet den Schuh mit dem System; optional als Carbon-Holder |
| Stabilisator | fixiert den Runner im Holder und sorgt für kontrollierte Flexibilität; mit Edelstahl- oder Kunststoffverschraubung |
| Runner | Wechselmesser aus Kunststoff mit integriertem Metallband aus rostfreiem Federstahl |
| Clips | kleine Systemteile, die zugleich als Farbakzent dienen |
Holder und Stabilisator bestehen laut Hersteller aus glasfaserverstärktem Kunststoff. Der optionale Carbon-Holder soll leichter und verwindungssteifer sein und ist mit allen anderen Systemteilen kompatibel. Schwarze und weiße Runner unterscheiden sich nur in der Farbe, nicht in Material oder Fahreigenschaften.

Runner-Bezeichnung lesen
Auf jedem Runner steht ein Code wie M-11-272. Der Buchstabe gibt die Gleitflächenlänge an (S, M oder L), die Zahl in der Mitte den Hohlradius in Millimetern und die letzte Zahl die Systemgröße in Millimetern. Die Systemgröße steht außerdem auf der Innenseite des Stabilisators und auf dem Holder. Der Hersteller führt die Systemgrößen 248, 256, 264, 272, 280, 288 und 300 mm; 248 mm entspricht etwa EU-Schuhgröße 37.
Als Hohlradien nennt der Hersteller aktuell 9, 11, 13 und 15 mm. Kleinere Radien greifen stärker und eignen sich für hartes Eis, größere gleiten besser auf weicherem Eis. Runner mit 18 und 21 mm werden laut Hersteller nicht mehr regulär geführt. Wer seinen Runner-Typ gefunden hat, wählt beim Nachkauf einfach dieselbe Kombination aus Länge, Radius und Größe.
So funktioniert der Runner-Wechsel
Für den Wechsel braucht man den T-Blade-Systemschlüssel. Damit werden die Schrauben des Stabilisators gelöst, der alte Runner herausgenommen und der neue nach Anleitung eingesetzt und fixiert. Vor dem nächsten Lauf sollte man den festen Sitz kontrollieren. Laut Hersteller ist der Wechsel jederzeit möglich, auch direkt an der Bande oder in der Kabine. Eine offizielle Zeitangabe für den Wechsel nennt der Hersteller nicht.
Praktisch ist das vor allem, wenn eine Kante während des Trainings oder Spiels beschädigt wird. Laut Hersteller entstehen Schäden fast ausschließlich durch harten Kontakt, etwa mit Beton oder dem Torrahmen. Wer einen Ersatz-Runner in der Tasche hat, muss dann nicht auf einen Schleifservice warten. Die erstmalige Montage des Systems am Schuh sollte nach Empfehlung des Herstellers geschultes Fachpersonal übernehmen.
Farben, Konfigurator und Style League
Ein Merkmal von T-Blade ist die Individualisierung. Holder, Stabilisator, Runner, Clips und Schnürsenkel lassen sich farblich kombinieren, zum Beispiel schwarzer Holder, Stabilisator in Metallic Gold, schwarzer Runner und Clips in Metallic Gold. Im Sortiment finden sich unter anderem Schwarz, Weiß, Pink, Gelb und Neongelb sowie Metallic-Töne in Blau, Chrom, Gold, Grün und Rot.
Interaktiv
Farbkombination ausprobieren
Vorschau mit den Bildebenen des Konfigurators – Farben angenähert. Was für ein Modell und eine Größe lieferbar ist, zeigt nur der Konfigurator des Herstellers.




Vorschau auf Basis der Konfigurator-Ebenen von T-Blade (Bauer Vapor X250). Bild: T-Blade
Holder Schwarz · Stabilisator Metallic Gold · Runner Schwarz · Clips Metallic Gold
Beispiele
Farbnamen aus dem Sortiment des Herstellers (Stand Oktober 2026). Nicht jede Kombination ist für jedes Modell und jede Größe lieferbar.
Der Online-Konfigurator des Herstellers führt durch Marke, Modell und Größe und schaltet danach nur die passenden Holder-, Stabilisator-, Runner-, Clip- und Schnürsenkelvarianten frei. Er zeigt laut Hersteller nur Komponenten an, die für die gewählte Kombination vollständig verfügbar sind, und bestätigt am Ende Kompatibilität und Verfügbarkeit. Fertige Konfigurationen lassen sich speichern und per Link teilen, etwa damit ein Team denselben Look bestellt.

Die Style League ist eine Rangliste im Shop, in der nur tatsächlich bestellte Kombinationen zählen, nicht bloß gespeicherte Entwürfe. So lässt sich sehen, ob eine Kombination aus Schuhmodell und Farben schon jemand fährt. Wer eine neue Kombination als Erster bestellt, kann auf Wunsch mit seinem Vornamen als Original Rider erscheinen. Daneben zeigt der Konfigurator „beliebte Styles“, die nach Häufigkeit der Konfiguration sortiert sind, auch ohne Kauf.
Kompatibilität: welche Schuhe?
T-Blade wird auf Schuhe etablierter Hersteller montiert. Die Core Collection des Herstellers besteht aus Komplettschlittschuhen auf Basis von Bauer- und [Graf](/organisationen/graf)-Schuhen mit vormontiertem System, darunter Modelle wie Bauer X 550, Bauer Supreme F15, Bauer XLS und Graf Ultra. Im Shop gibt es zudem eine Kategorie für CCM-Schuhe; einzelne Modelle sind dort zeitweise nicht lieferbar.

Auch vorhandene Schuhe lassen sich umrüsten, allerdings nur bei geeigneten Modellen. Ob ein Schuh passt, prüft der Hersteller vorab anhand von Modell, Größe und Sohle. Umgekehrt lässt sich ein vorhandenes T-Blade-System auf einen neuen Schuh übertragen. Das System ist laut Hersteller bis zu einem Nutzergewicht von 120 kg ausgelegt.
Vor- und Nachteile
Vorteile
- kein Schleifen: Kantenprofil bleibt nach jedem Wechsel gleich, Schleiffehler entfallen
- Wechsel vor Ort möglich, etwa nach einem Kantenschaden im Spiel
- geringes Gewicht; der Hersteller bezeichnet T-Blade als eine der leichtesten Kufen am Markt
- viele Farbkombinationen und ein teilbarer Online-Konfigurator
Nachteile und Einschränkungen
- Runner sind ein Verschleißteil und müssen nachgekauft werden
- nicht für Eiskunstlauf geeignet, keine Zacken
- Runner sind hörbar lauter als Stahlkufen; laut Hersteller technisch bedingt durch die Flexibilität
- kurze Eingewöhnung wegen der starken Gleiteigenschaften, deshalb Einstieg mit 13 oder 15 mm empfohlen
- Erstmontage am Schuh durch Fachpersonal empfohlen, nicht jeder Schuh ist umrüstbar
- erhältlich vor allem über den Shop des Herstellers und den Outlet Store in Türkheim
Der Hersteller nennt außerdem bis zu 40 Prozent bessere Gleiteigenschaften, eine vier- bis fünfmal längere Nutzungsdauer als bei klassischem Stahl und eine um bis zu 4 °C höhere Oberflächentemperatur der Gleitfläche. Unabhängige Messungen dazu liegen der Redaktion nicht vor; die Werte sind deshalb als Herstellerangaben zu verstehen.
T-Blade im Vergleich zur Stahlkufe
| Merkmal | Klassische Stahlkufe | T-Blade |
|---|---|---|
| Stumpfe Kante | nachschleifen | Runner wechseln |
| Profil | über den Schliff eingestellt | über die Runner-Variante gewählt |
| Werkzeug | Schleifmaschine, Schleifservice | Systemschlüssel |
| Eiskunstlauf | eigene Kufen mit Zacken | nicht geeignet |
Wie Eis entsteht und warum seine Härte zum Hohlradius passen sollte, erklären die Artikel Eisaufbereitung und Eistemperatur. Eine andere Kufen-Innovation aus dem Eisschnelllauf beschreibt der Klappschlittschuh. Das Unternehmen selbst ist auf IceHub unter T-Blade eingetragen, der Schuhhersteller unter GRAF.
Bilder: T-Blade ([t-blade.shop](https://t-blade.shop/)), Verwendung mit Genehmigung.
Häufige Fragen
+Muss man T-Blade-Runner schleifen?
Nein. Laut Hersteller dürfen die Runner nicht klassisch geschliffen werden, weil der Kunststoff am Metallband beschädigt würde. Lässt der Kantenhalt nach, wird der Runner ersetzt. Kleine Unebenheiten lassen sich mit einem Schleifstein vorsichtig glätten.
+Wie lange dauert ein Runner-Wechsel?
Eine offizielle Zeitangabe nennt der Hersteller nicht. Gewechselt wird mit dem T-Blade-Systemschlüssel, der die Schrauben des Stabilisators löst; laut Hersteller geht das jederzeit, auch direkt an der Bande oder in der Kabine.
+Auf welche Schuhe passt T-Blade?
Komplettschlittschuhe mit vormontiertem T-Blade gibt es auf Basis von Bauer- und Graf-Schuhen, im Shop gibt es zudem eine Kategorie für CCM. Vorhandene Schuhe lassen sich bei geeigneten Modellen umrüsten; ob ein Schuh passt, wird vorab anhand von Modell, Größe und Sohle geprüft.
+Ist T-Blade für Eiskunstlauf geeignet?
Nein. Das System ist für Eishockey und Freizeitlauf entwickelt und hat weder Zacken vorne noch eine Eiskunstlauf-Geometrie.
+Welchen Hohlradius sollte man wählen?
Der Hersteller nennt 9 und 11 mm für mehr Kantenhalt auf hartem Eis und 13 und 15 mm für mehr Gleiten auf weicherem Eis. Neuen Nutzern empfiehlt er einen flacheren Radius von 13 oder 15 mm.
+Was ist die Style League?
Eine Rangliste im Shop des Herstellers, in der nur tatsächlich bestellte Farbkombinationen zählen. Wer eine neue Kombination als Erster bestellt, kann auf Wunsch mit Vornamen als „Original Rider“ erscheinen.
Quellen & weiterführende Links
- T-Blade: Was ist t-blade? Das Kufensystem ohne Schleifen (Hersteller-FAQ)
- T-Blade: Über uns – Geschichte des Systems
- T-Blade: Saisonstart 2026 – Konfigurator, Style League & dein eigener Style
- T-Blade: Startseite (Komponenten, Core Collection, FAQ)
- T-Blade: Konfigurator
- T-Blade: Eigener Schuh mit Montage
- T-Blade: Runner verstehen – Guide zur Auswahl
Redaktionell recherchiert und gegen Verbands- und Regelwerksangaben geprüft. Fehler gefunden? Schreib uns über die Kontaktseite.
Weiterlesen im Lexikon
Sportart
Eishockey
Eishockey ist ein Mannschaftssport auf Schlittschuhen, bei dem zwei Teams mit je fünf Feldspielern und einem Torhüter versuchen, einen Hartgummi-Puck mit dem Schläger ins gegnerische Tor zu befördern. Gespielt werden drei Drittel à 20 Minuten effektiver Spielzeit.
Fachbegriff
Klappschlittschuh (Klapskate)
Der Klappschlittschuh (niederländisch: klapschaats) ist ein Eisschnelllaufschuh, dessen Kufe vorne über ein Gelenk mit dem Schuh verbunden ist und sich hinten löst. So bleibt die Kufe beim Abdruck länger auf dem Eis. Seit Ende der 1990er Jahre ist er Standard.
Hintergrund
Eisaufbereitung & Eismaschine (Zamboni)
Die Eismaschine hobelt eine dünne Schicht vom Eis ab, sammelt den entstehenden Schnee ein, reinigt die Oberfläche und trägt einen dünnen Film warmes Wasser auf, der zu einer glatten neuen Eisschicht gefriert. Die erste solche Maschine baute Frank Zamboni 1949 in Kalifornien.
Hintergrund
Eis herstellen & Eistemperatur je Sportart
Kunsteis entsteht, indem auf eine gekühlte Betonplatte mit Kühlrohren in vielen dünnen Schichten Wasser aufgetragen wird. Die fertige Eisschicht ist meist nur wenige Zentimeter dick. Je nach Sportart wird das Eis unterschiedlich temperiert: für Eishockey und Eisschnelllauf kälter und härter, für Eiskunstlauf etwas wärmer und weicher.
Sportart
Eiskunstlauf
Eiskunstlauf verbindet Athletik und Ausdruck: Läufer zeigen zur Musik Sprünge, Pirouetten und Schrittfolgen, die von einem Preisgericht nach dem ISU-Wertungssystem bewertet werden. Olympische Disziplinen sind Einzellauf, Paarlauf, Eistanz und der Teamwettbewerb.
Sportart
Eis & Technik
Alles über Eis & Technik: Regeln, Geschichte, Zahlen und alle Begriffe.

