Fachbegriff · Eisschnelllauf

    Klappschlittschuh (Klapskate)

    Der Klappschlittschuh (niederländisch: klapschaats) ist ein Eisschnelllaufschuh, dessen Kufe vorne über ein Gelenk mit dem Schuh verbunden ist und sich hinten löst. So bleibt die Kufe beim Abdruck länger auf dem Eis. Seit Ende der 1990er Jahre ist er Standard.

    2 Min. Lesezeit Stand: IceHub Redaktion

    Inhaltsverzeichnis
    1. Wie funktioniert ein Klappschlittschuh?
    2. Warum er schneller ist
    3. Entwicklung und Durchbruch
    4. Umstellung war nicht einfach
    5. Nur im Eisschnelllauf
    6. Aufbau eines Klappschlittschuhs
    7. Häufige Fragen
    8. Quellen

    Steckbrief

    Klappschlittschuh (Klapskate)

    Niederländisch
    klapschaats
    Entwickelt
    Niederlande
    Durchbruch
    Saison 1997/98
    Prinzip
    Kufe hinten lösbar, Gelenk vorne

    Wie funktioniert ein Klappschlittschuh?

    Beim herkömmlichen Eisschnelllaufschuh ist die Kufe fest mit dem Schuh verbunden. Drückt sich der Läufer ab, kippt der Schuh nach vorn, und die Kufenspitze bohrt sich ins Eis. Der Abdruck endet abrupt.

    Beim Klappschlittschuh sitzt vorne unter dem Fußballen ein Gelenk, hinten ist die Kufe nicht fest mit dem Schuh verbunden. Beim Abdruck hebt sich die Ferse, während die Kufe vollflächig auf dem Eis bleibt. Eine Feder zieht die Kufe anschließend zurück an den Schuh, mit dem charakteristischen Klacken.

    Warum er schneller ist

    • Die Kufe bleibt beim Abdruck länger auf dem Eis, der Kraftweg wird länger.
    • Die Wadenmuskulatur kann zusätzlich eingesetzt werden, wie beim Laufen.
    • Die Kufenspitze „sticht“ nicht ins Eis, es gibt weniger Bremswirkung.

    Das Ergebnis: deutlich schnellere Zeiten auf allen Strecken, besonders auf den Langstrecken, wo Hunderte Abdrücke pro Rennen zusammenkommen.

    Entwicklung und Durchbruch

    Die Idee eines Schlittschuhs mit beweglicher Kufe ist über hundert Jahre alt. Wissenschaftlich weiterentwickelt wurde der moderne Klapskate in den Niederlanden, unter anderem in Forschungsprojekten an der Vrije Universiteit Amsterdam.

    In der Saison 1997/98 gelang der Durchbruch: Niederländische Läufer erzielten damit reihenweise Bestzeiten, und binnen Monaten stellten fast alle Nationen um. Bei den Olympischen Spielen 1998 in Nagano fielen zahlreiche olympische Rekorde und Weltrekorde.

    Umstellung war nicht einfach

    Für viele Spitzenläufer bedeutete der Wechsel eine Umstellung ihrer Technik, inklusive Gewöhnung an den veränderten Abdruck und den Rhythmus. Einige Athleten verloren zeitweise den Anschluss, andere profitierten enorm. Heute lernen Nachwuchsläufer direkt auf Klappschlittschuhen.

    Nur im Eisschnelllauf

    Im Shorttrack und im Eishockey spielen Klappschlittschuhe keine Rolle. Enge Kurven, schnelle Richtungswechsel und Körperkontakt verlangen eine feste Verbindung zwischen Schuh und Kufe.

    Aufbau eines Klappschlittschuhs

    • Schuh: ein niedriger, eng anliegender Carbonschuh, oft individuell an den Fuß angepasst.
    • Kufe: rund 40–45 cm lang, sehr dünn und flach, leicht gebogen. Sie wird von Hand geschliffen und muss exakt gerade sein.
    • Gelenk: unter dem Fußballen. Seine Position lässt sich verstellen, Läufer experimentieren mit wenigen Millimetern.
    • Feder: zieht die Kufe nach dem Abdruck zurück an die Ferse.

    Die richtige Einstellung von Gelenkposition und Kufe ist eine Wissenschaft für sich. Profis und ihre Techniker justieren die Schlittschuhe vor jedem Rennen.

    Häufige Fragen

    +Warum ist der Klappschlittschuh schneller?

    Die Kufe bleibt beim Abdruck länger auf dem Eis, weil sich die Ferse vom Schuh lösen kann. Der Läufer nutzt die Kraft der Wadenmuskulatur und hat einen längeren, effektiveren Abdruck.

    +Seit wann gibt es Klappschlittschuhe?

    Die Idee ist alt, den Durchbruch im Spitzensport erlebte der Klapskate in der Saison 1997/98, bei den Olympischen Spielen in Nagano liefen fast alle Läufer damit.

    +Wird der Klappschlittschuh im Shorttrack verwendet?

    Nein. Im Shorttrack werden feste Kufen verwendet, weil enge Kurven und Körperkontakt andere Anforderungen stellen.

    Quellen & weiterführende Links

    1. ISU – Speed Skating
    2. Wikipedia: Klappschlittschuh

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