Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
Klappschlittschuh (Klapskate)
- Sportart
- Eisschnelllauf
- Niederländisch
- klapschaats
- Entwickelt
- Niederlande
- Durchbruch
- Saison 1997/98
- Prinzip
- Kufe hinten lösbar, Gelenk vorne
Wie funktioniert ein Klappschlittschuh?
Beim herkömmlichen Eisschnelllaufschuh ist die Kufe fest mit dem Schuh verbunden. Drückt sich der Läufer ab, kippt der Schuh nach vorn, und die Kufenspitze bohrt sich ins Eis. Der Abdruck endet abrupt.
Beim Klappschlittschuh sitzt vorne unter dem Fußballen ein Gelenk, hinten ist die Kufe nicht fest mit dem Schuh verbunden. Beim Abdruck hebt sich die Ferse, während die Kufe vollflächig auf dem Eis bleibt. Eine Feder zieht die Kufe anschließend zurück an den Schuh, mit dem charakteristischen Klacken.
Warum er schneller ist
- Die Kufe bleibt beim Abdruck länger auf dem Eis, der Kraftweg wird länger.
- Die Wadenmuskulatur kann zusätzlich eingesetzt werden, wie beim Laufen.
- Die Kufenspitze „sticht“ nicht ins Eis, es gibt weniger Bremswirkung.
Das Ergebnis: deutlich schnellere Zeiten auf allen Strecken, besonders auf den Langstrecken, wo Hunderte Abdrücke pro Rennen zusammenkommen.
Entwicklung und Durchbruch
Die Idee eines Schlittschuhs mit beweglicher Kufe ist über hundert Jahre alt. Wissenschaftlich weiterentwickelt wurde der moderne Klapskate in den Niederlanden, unter anderem in Forschungsprojekten an der Vrije Universiteit Amsterdam.
In der Saison 1997/98 gelang der Durchbruch: Niederländische Läufer erzielten damit reihenweise Bestzeiten, und binnen Monaten stellten fast alle Nationen um. Bei den Olympischen Spielen 1998 in Nagano fielen zahlreiche olympische Rekorde und Weltrekorde.
Umstellung war nicht einfach
Für viele Spitzenläufer bedeutete der Wechsel eine Umstellung ihrer Technik, inklusive Gewöhnung an den veränderten Abdruck und den Rhythmus. Einige Athleten verloren zeitweise den Anschluss, andere profitierten enorm. Heute lernen Nachwuchsläufer direkt auf Klappschlittschuhen.
Nur im Eisschnelllauf
Im Shorttrack und im Eishockey spielen Klappschlittschuhe keine Rolle. Enge Kurven, schnelle Richtungswechsel und Körperkontakt verlangen eine feste Verbindung zwischen Schuh und Kufe.
Aufbau eines Klappschlittschuhs
- Schuh: ein niedriger, eng anliegender Carbonschuh, oft individuell an den Fuß angepasst.
- Kufe: rund 40–45 cm lang, sehr dünn und flach, leicht gebogen. Sie wird von Hand geschliffen und muss exakt gerade sein.
- Gelenk: unter dem Fußballen. Seine Position lässt sich verstellen, Läufer experimentieren mit wenigen Millimetern.
- Feder: zieht die Kufe nach dem Abdruck zurück an die Ferse.
Die richtige Einstellung von Gelenkposition und Kufe ist eine Wissenschaft für sich. Profis und ihre Techniker justieren die Schlittschuhe vor jedem Rennen.
Häufige Fragen
+Warum ist der Klappschlittschuh schneller?
Die Kufe bleibt beim Abdruck länger auf dem Eis, weil sich die Ferse vom Schuh lösen kann. Der Läufer nutzt die Kraft der Wadenmuskulatur und hat einen längeren, effektiveren Abdruck.
+Seit wann gibt es Klappschlittschuhe?
Die Idee ist alt, den Durchbruch im Spitzensport erlebte der Klapskate in der Saison 1997/98, bei den Olympischen Spielen in Nagano liefen fast alle Läufer damit.
+Wird der Klappschlittschuh im Shorttrack verwendet?
Nein. Im Shorttrack werden feste Kufen verwendet, weil enge Kurven und Körperkontakt andere Anforderungen stellen.
Quellen & weiterführende Links
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Weiterlesen im Lexikon
Sportart
Eisschnelllauf
Eisschnelllauf ist ein Ausdauer- und Sprintsport auf der 400-Meter-Bahn. Jeweils zwei Läufer starten gegeneinander, entscheidend ist aber die gelaufene Zeit. Die Strecken reichen von 500 bis 10.000 Metern, dazu kommen Teamverfolgung und Massenstart.
Sportart
Shorttrack
Shorttrack ist Eisschnelllauf auf einer kurzen, 111,12 Meter langen Bahn, die in eine normale Eishalle passt. Vier bis sechs Läufer starten gemeinsam und kämpfen in engen Kurven um die Positionen. Es zählt die Platzierung, nicht die Zeit.
Hintergrund
Eis herstellen & Eistemperatur je Sportart
Kunsteis entsteht, indem auf eine gekühlte Betonplatte mit Kühlrohren in vielen dünnen Schichten Wasser aufgetragen wird. Die fertige Eisschicht ist meist nur wenige Zentimeter dick. Je nach Sportart wird das Eis unterschiedlich temperiert: für Eishockey und Eisschnelllauf kälter und härter, für Eiskunstlauf etwas wärmer und weicher.
Liga & Wettbewerb
Eisschnelllauf-Weltcup (ISU)
Der Eisschnelllauf-Weltcup ist die wichtigste Rennserie im Eisschnelllauf. Die ISU trägt ihn seit 1985 jeden Winter an mehreren Stationen aus. Gewertet wird getrennt nach Strecken, am Ende gibt es Gesamtsieger für jede Distanz.

