Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
Sprungarten im Eiskunstlauf: Axel, Lutz, Flip & Co.
- Sportart
- Eiskunstlauf
- Grundsprünge
- 6
- Tippsprünge
- Toeloop, Flip, Lutz
- Kantensprünge
- Salchow, Rittberger, Axel
- Schwierigster
- Axel (+½ Umdrehung)
- Erster 4A
- Ilia Malinin, 2022
Tippsprünge und Kantensprünge
Alle sechs Grundsprünge im Eiskunstlauf lassen sich in zwei Gruppen einteilen:
- Tippsprünge (Toe Jumps): Der Läufer stößt sich zusätzlich mit dem Zacken (der gezackten Spitze) des freien Schuhs ins Eis ab: Toeloop, Flip, Lutz.
- Kantensprünge (Edge Jumps): Der Absprung erfolgt nur von der Kante des Standbeins: Salchow, Rittberger, Axel.
Gelandet wird fast immer rückwärts auf der Außenkante des Landebeins. Die Beschreibungen gelten für Läufer, die gegen den Uhrzeigersinn drehen, was die Mehrheit ist.
Die sechs Sprünge im Detail
Die Reihenfolge entspricht in etwa der Schwierigkeit:
| Sprung | Typ | Absprung | Kürzel |
|---|---|---|---|
| Toeloop | Tippsprung | rechte Außenkante rückwärts + linker Zacken | T |
| Salchow | Kantensprung | linke Innenkante rückwärts | S |
| Rittberger (Loop) | Kantensprung | rechte Außenkante rückwärts | Lo |
| Flip | Tippsprung | linke Innenkante rückwärts + rechter Zacken | F |
| Lutz | Tippsprung | linke Außenkante rückwärts + rechter Zacken | Lz |
| Axel | Kantensprung | linke Außenkante vorwärts | A |
Toeloop
Der einfachste Sprung und häufig der zweite Teil von Kombinationen. Viele Läufer lernen ihren ersten Vierfachsprung als Toeloop.
Salchow
Benannt nach dem Schweden Ulrich Salchow, zehnfacher Weltmeister und erster Olympiasieger im Einzel der Herren 1908. Typisch ist der Schwung des freien Beins von hinten nach vorne.
Rittberger
Benannt nach dem Berliner Werner Rittberger. International heißt der Sprung Loop. Da Absprung und Landung auf demselben Fuß erfolgen, eignet er sich gut als zweiter Sprung einer Kombination.
Flip und Lutz
Die beiden schwierigsten Tippsprünge werden gern verwechselt. Beim Lutz läuft der Läufer einen weiten Bogen rückwärts auf der Außenkante und springt gegen die Kurve ab, was viel Körperspannung erfordert. Läuft der Absprungfuß auf der falschen Kante, spricht man von „Flutz“ bzw. „Lip“. Das Preisgericht vermerkt dann ein „e“ (wrong edge) und zieht Punkte ab. Der Lutz ist nach dem Österreicher Alois Lutz benannt.
Axel
Benannt nach dem Norweger Axel Paulsen, der ihn 1882 erstmals zeigte. Weil er vorwärts abgesprungen und rückwärts gelandet wird, hat er immer eine halbe Umdrehung mehr: Ein Doppel-Axel hat 2½, ein Dreifach-Axel 3½ Umdrehungen. Den ersten Vierfach-Axel (4½ Umdrehungen) in einem Wettbewerb zeigte Ilia Malinin (USA) im September 2022.
Kombinationen und Sequenzen
In einer Sprungkombination folgt der zweite Sprung direkt aus der Landung des ersten, ohne Zwischenschritt, etwa Dreifach-Lutz plus Dreifach-Toeloop (3Lz+3T). Weil die Landung immer auf der rechten Rückwärts-Außenkante erfolgt, sind als zweiter Sprung vor allem Toeloop und Rittberger möglich. Bei einer Sprungfolge (Sequenz) sind Zwischenschritte erlaubt.
So entstehen die Punkte
Jeder Sprung hat einen festen Basiswert, der mit Rotation und Schwierigkeit steigt. Das Preisgericht vergibt zusätzlich eine Ausführungsnote, den GOE (Grade of Execution). Unterdrehte Sprünge werden abgewertet. Für späte Sprünge in der zweiten Programmhälfte gibt es im Einzellauf einen Bonus, weil sie mit müden Beinen schwerer sind. Mehr dazu unter Wertungssystem.
Sprünge im Fernsehen erkennen: der Schnell-Check
- Springt die Läuferin vorwärts ab? → Axel.
- Setzt sie den Zacken ein? → Toeloop, Flip oder Lutz. Langer Bogen rückwärts davor → meist Lutz.
- Kein Zacken, Beine kreuzen beim Absprung kaum, freies Bein schwingt herum → Salchow.
- Kein Zacken, Absprung vom rechten Fuß mit gekreuzten Beinen → Rittberger.
Häufige Fragen
+Welche Sprünge gibt es im Eiskunstlauf?
Sechs Grundsprünge: Toeloop, Salchow, Rittberger (Loop), Flip, Lutz und Axel, jeweils als Einfach- bis Vierfachsprung.
+Welcher Sprung ist der schwierigste?
Der Axel, weil er als einziger vorwärts abgesprungen wird und deshalb eine halbe Umdrehung mehr hat. Unter den Rückwärtssprüngen gilt der Lutz als am schwierigsten.
+Was ist der Unterschied zwischen Flip und Lutz?
Beide werden mit dem Zacken abgesprungen. Beim Flip läuft der Absprungfuß auf der Innenkante, beim Lutz auf der Außenkante gegen die Drehrichtung. Falsche Kanten werden in der Bewertung abgezogen.
+Wie erkennt man einen Axel?
Er ist der einzige Sprung mit Vorwärts-Anlauf direkt in den Absprung, die Läuferin blickt also in Fahrtrichtung, wenn sie abspringt.
Quellen & weiterführende Links
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Weiterlesen im Lexikon
Sportart
Eiskunstlauf
Eiskunstlauf verbindet Athletik und Ausdruck: Läufer zeigen zur Musik Sprünge, Pirouetten und Schrittfolgen, die von einem Preisgericht nach dem ISU-Wertungssystem bewertet werden. Olympische Disziplinen sind Einzellauf, Paarlauf, Eistanz und der Teamwettbewerb.
Fachbegriff
Wertungssystem im Eiskunstlauf (IJS, GOE, PCS)
Seit 2004 wird Eiskunstlauf nach dem ISU Judging System (IJS) bewertet. Die Gesamtpunktzahl setzt sich aus dem technischen Wert (Basiswert der Elemente plus Ausführungsnote GOE) und den Programmkomponenten zusammen, abzüglich eventueller Abzüge, etwa für Stürze.
Disziplin
Paarlauf
Paarlauf ist eine olympische Eiskunstlauf-Disziplin für eine Frau und einen Mann. Typisch sind spektakuläre Elemente wie Überkopfhebungen, Wurfsprünge, Twist-Lifts und die Todesspirale, dazu synchron gesprungene Einzelsprünge.
Disziplin
Eistanz
Eistanz ist eine olympische Disziplin des Eiskunstlaufs, in der ein Paar zu Musik vor allem Schrittfolgen, Tanzhaltungen, Twizzles und kurze Hebungen zeigt. Anders als im Paarlauf gibt es keine Wurfsprünge und keine Mehrfachsprünge.

