Fachbegriff · Eiskunstlauf

    Sprungarten im Eiskunstlauf: Axel, Lutz, Flip & Co.

    Im Eiskunstlauf gibt es sechs Grundsprünge: Toeloop, Salchow, Rittberger, Flip, Lutz und Axel. Sie unterscheiden sich im Absprung, also ob mit Hilfe des Zackens (Tippsprung) oder von der Kante (Kantensprung). Gelandet wird fast immer rückwärts auf dem rechten Fuß (bei Linksdrehern).

    3 Min. Lesezeit Stand: IceHub Redaktion

    Inhaltsverzeichnis
    1. Tippsprünge und Kantensprünge
    2. Die sechs Sprünge im Detail
    3. Kombinationen und Sequenzen
    4. So entstehen die Punkte
    5. Sprünge im Fernsehen erkennen: der Schnell-Check
    6. Häufige Fragen
    7. Quellen

    Steckbrief

    Sprungarten im Eiskunstlauf: Axel, Lutz, Flip & Co.

    Sportart
    Eiskunstlauf
    Grundsprünge
    6
    Tippsprünge
    Toeloop, Flip, Lutz
    Kantensprünge
    Salchow, Rittberger, Axel
    Schwierigster
    Axel (+½ Umdrehung)
    Erster 4A
    Ilia Malinin, 2022

    Tippsprünge und Kantensprünge

    Alle sechs Grundsprünge im Eiskunstlauf lassen sich in zwei Gruppen einteilen:

    • Tippsprünge (Toe Jumps): Der Läufer stößt sich zusätzlich mit dem Zacken (der gezackten Spitze) des freien Schuhs ins Eis ab: Toeloop, Flip, Lutz.
    • Kantensprünge (Edge Jumps): Der Absprung erfolgt nur von der Kante des Standbeins: Salchow, Rittberger, Axel.

    Gelandet wird fast immer rückwärts auf der Außenkante des Landebeins. Die Beschreibungen gelten für Läufer, die gegen den Uhrzeigersinn drehen, was die Mehrheit ist.

    Die sechs Sprünge im Detail

    Die Reihenfolge entspricht in etwa der Schwierigkeit:

    SprungTypAbsprungKürzel
    ToeloopTippsprungrechte Außenkante rückwärts + linker ZackenT
    SalchowKantensprunglinke Innenkante rückwärtsS
    Rittberger (Loop)Kantensprungrechte Außenkante rückwärtsLo
    FlipTippsprunglinke Innenkante rückwärts + rechter ZackenF
    LutzTippsprunglinke Außenkante rückwärts + rechter ZackenLz
    AxelKantensprunglinke Außenkante vorwärtsA

    Toeloop

    Der einfachste Sprung und häufig der zweite Teil von Kombinationen. Viele Läufer lernen ihren ersten Vierfachsprung als Toeloop.

    Salchow

    Benannt nach dem Schweden Ulrich Salchow, zehnfacher Weltmeister und erster Olympiasieger im Einzel der Herren 1908. Typisch ist der Schwung des freien Beins von hinten nach vorne.

    Rittberger

    Benannt nach dem Berliner Werner Rittberger. International heißt der Sprung Loop. Da Absprung und Landung auf demselben Fuß erfolgen, eignet er sich gut als zweiter Sprung einer Kombination.

    Flip und Lutz

    Die beiden schwierigsten Tippsprünge werden gern verwechselt. Beim Lutz läuft der Läufer einen weiten Bogen rückwärts auf der Außenkante und springt gegen die Kurve ab, was viel Körperspannung erfordert. Läuft der Absprungfuß auf der falschen Kante, spricht man von „Flutz“ bzw. „Lip“. Das Preisgericht vermerkt dann ein „e“ (wrong edge) und zieht Punkte ab. Der Lutz ist nach dem Österreicher Alois Lutz benannt.

    Axel

    Benannt nach dem Norweger Axel Paulsen, der ihn 1882 erstmals zeigte. Weil er vorwärts abgesprungen und rückwärts gelandet wird, hat er immer eine halbe Umdrehung mehr: Ein Doppel-Axel hat 2½, ein Dreifach-Axel 3½ Umdrehungen. Den ersten Vierfach-Axel (4½ Umdrehungen) in einem Wettbewerb zeigte Ilia Malinin (USA) im September 2022.

    Kombinationen und Sequenzen

    In einer Sprungkombination folgt der zweite Sprung direkt aus der Landung des ersten, ohne Zwischenschritt, etwa Dreifach-Lutz plus Dreifach-Toeloop (3Lz+3T). Weil die Landung immer auf der rechten Rückwärts-Außenkante erfolgt, sind als zweiter Sprung vor allem Toeloop und Rittberger möglich. Bei einer Sprungfolge (Sequenz) sind Zwischenschritte erlaubt.

    So entstehen die Punkte

    Jeder Sprung hat einen festen Basiswert, der mit Rotation und Schwierigkeit steigt. Das Preisgericht vergibt zusätzlich eine Ausführungsnote, den GOE (Grade of Execution). Unterdrehte Sprünge werden abgewertet. Für späte Sprünge in der zweiten Programmhälfte gibt es im Einzellauf einen Bonus, weil sie mit müden Beinen schwerer sind. Mehr dazu unter Wertungssystem.

    Sprünge im Fernsehen erkennen: der Schnell-Check

    1. Springt die Läuferin vorwärts ab? → Axel.
    2. Setzt sie den Zacken ein? → Toeloop, Flip oder Lutz. Langer Bogen rückwärts davor → meist Lutz.
    3. Kein Zacken, Beine kreuzen beim Absprung kaum, freies Bein schwingt herum → Salchow.
    4. Kein Zacken, Absprung vom rechten Fuß mit gekreuzten Beinen → Rittberger.

    Häufige Fragen

    +Welche Sprünge gibt es im Eiskunstlauf?

    Sechs Grundsprünge: Toeloop, Salchow, Rittberger (Loop), Flip, Lutz und Axel, jeweils als Einfach- bis Vierfachsprung.

    +Welcher Sprung ist der schwierigste?

    Der Axel, weil er als einziger vorwärts abgesprungen wird und deshalb eine halbe Umdrehung mehr hat. Unter den Rückwärtssprüngen gilt der Lutz als am schwierigsten.

    +Was ist der Unterschied zwischen Flip und Lutz?

    Beide werden mit dem Zacken abgesprungen. Beim Flip läuft der Absprungfuß auf der Innenkante, beim Lutz auf der Außenkante gegen die Drehrichtung. Falsche Kanten werden in der Bewertung abgezogen.

    +Wie erkennt man einen Axel?

    Er ist der einzige Sprung mit Vorwärts-Anlauf direkt in den Absprung, die Läuferin blickt also in Fahrtrichtung, wenn sie abspringt.

    Quellen & weiterführende Links

    1. ISU Communication – Scale of Values
    2. International Skating Union
    3. Wikipedia: Sprünge im Eiskunstlauf

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