Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
Paarlauf
- Sportart
- Eiskunstlauf
- Olympisch seit
- 1908
- Teilnehmer
- Frau + Mann
- Programme
- Kurzprogramm + Kür
- Typisch
- Hebungen, Würfe, Todesspirale
Athletik zu zweit
Paarlauf vereint die Sprünge und Pirouetten des Einzellaufs mit Elementen, die nur zu zweit möglich sind. Damit ist er die wohl spektakulärste Disziplin im Eiskunstlauf, und auch die mit dem höchsten Risiko.
Die typischen Elemente
- Hebungen: Der Partner hebt die Partnerin über Kopf, während er sich über das Eis bewegt und dreht. Bewertet werden Position, Wechsel und Ausführung.
- Twist-Lift: Die Partnerin wird in die Luft geworfen, dreht sich mehrfach und wird vom Partner wieder aufgefangen.
- Wurfsprünge: Der Partner wirft die Partnerin in einen Sprung (etwa Dreifach-Rittberger oder Dreifach-Salchow), den sie allein landet.
- Todesspirale: Der Partner bildet die Achse, die Partnerin kreist fast waagerecht auf einer Kante dicht über dem Eis.
- Parallele Sprünge und Pirouetten: Beide springen bzw. drehen gleichzeitig nebeneinander, möglichst synchron.
- Paarpirouetten: gemeinsame Drehungen in Kontakt.
Welche Sprünge dabei gezeigt werden, erklären wir unter Sprungarten.
Paarlauf vs. Eistanz
| Paarlauf | Eistanz | |
|---|---|---|
| Sprünge | ja, auch Dreifachsprünge | keine Mehrfachsprünge |
| Wurfsprünge | ja | nein |
| Überkopfhebungen | ja | nein |
| Schwerpunkt | Athletik und Elemente | Rhythmus und Schritte |
Kurzprogramm und Kür
Wie im Einzellauf besteht ein Paarlaufwettbewerb aus Kurzprogramm und Kür. Im Kurzprogramm sind die Elemente fest vorgegeben, zum Beispiel ein Twist-Lift, ein Wurfsprung, ein paralleler Einzelsprung, eine Todesspirale, eine Paarpirouette, eine Hebung und eine Schrittfolge. In der längeren Kür haben die Paare mehr Freiheit, müssen aber eine bestimmte Zahl an Hebungen, Würfen und Sprüngen zeigen. Bewertet wird nach dem ISU-Wertungssystem.
Risiko und Vertrauen
Paarlauf gehört zu den riskantesten Disziplinen im Eissport. Bei Überkopfhebungen befindet sich die Partnerin in über zwei Metern Höhe, während der Partner rückwärts über das Eis fährt. Bei Wurfsprüngen landet sie mit hoher Geschwindigkeit. Fehler können schwere Stürze zur Folge haben. Deshalb trainieren Paare die Elemente zuerst am Boden, dann mit Sicherungsgurt auf dem Eis.
Weil Größe und Gewicht zusammenpassen müssen, ist der Partnerwechsel oft ein großes Thema. Viele erfolgreiche Paare fanden sich erst nach Jahren im Einzellauf, manchmal auch über Ländergrenzen hinweg. Für einen Start bei Olympischen Spielen müssen beide Partner dieselbe Staatsangehörigkeit besitzen.
Deutschland und der Paarlauf
Deutschland hat im Paarlauf eine besonders erfolgreiche Tradition. Olympisches Gold gewannen unter anderem Aljona Savchenko und Bruno Massot 2018 in Pyeongchang mit einer Kür, die damals Weltrekord bedeutete. Savchenko war mit Robin Szolkowy zuvor mehrfache Weltmeisterin.
Einstieg
Die meisten Paarläufer beginnen im Einzellauf und wechseln mit einigen Jahren Erfahrung. Weil Würfe und Hebungen Kraft und Vertrauen erfordern, wird anfangs mit Sicherheitsgurt (Longe) trainiert. Vereine in deiner Nähe findest du über Teams & Vereine.
Häufige Fragen
+Was ist eine Todesspirale?
Der Partner dreht sich als Achse, während die Partnerin fast waagerecht über dem Eis auf einer Kante um ihn kreist. Sie gehört zu den Pflichtelementen im Paarlauf.
+Was ist ein Wurfsprung?
Der Partner wirft die Partnerin in einen Sprung, etwa einen Dreifach-Salchow, den sie allein landet.
+Was ist der Unterschied zum Eistanz?
Im Paarlauf gibt es Würfe, Überkopfhebungen und Sprünge, im Eistanz nicht. Dort stehen Schritte und Rhythmus im Vordergrund.
Quellen & weiterführende Links
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Weiterlesen im Lexikon
Disziplin
Eistanz
Eistanz ist eine olympische Disziplin des Eiskunstlaufs, in der ein Paar zu Musik vor allem Schrittfolgen, Tanzhaltungen, Twizzles und kurze Hebungen zeigt. Anders als im Paarlauf gibt es keine Wurfsprünge und keine Mehrfachsprünge.
Fachbegriff
Sprungarten im Eiskunstlauf: Axel, Lutz, Flip & Co.
Im Eiskunstlauf gibt es sechs Grundsprünge: Toeloop, Salchow, Rittberger, Flip, Lutz und Axel. Sie unterscheiden sich im Absprung, also ob mit Hilfe des Zackens (Tippsprung) oder von der Kante (Kantensprung). Gelandet wird fast immer rückwärts auf dem rechten Fuß (bei Linksdrehern).
Fachbegriff
Wertungssystem im Eiskunstlauf (IJS, GOE, PCS)
Seit 2004 wird Eiskunstlauf nach dem ISU Judging System (IJS) bewertet. Die Gesamtpunktzahl setzt sich aus dem technischen Wert (Basiswert der Elemente plus Ausführungsnote GOE) und den Programmkomponenten zusammen, abzüglich eventueller Abzüge, etwa für Stürze.
Sportart
Eiskunstlauf
Eiskunstlauf verbindet Athletik und Ausdruck: Läufer zeigen zur Musik Sprünge, Pirouetten und Schrittfolgen, die von einem Preisgericht nach dem ISU-Wertungssystem bewertet werden. Olympische Disziplinen sind Einzellauf, Paarlauf, Eistanz und der Teamwettbewerb.

