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Strafschuss statt Zeitstrafe
Normalerweise wird ein Foul im Eishockey mit einer Zeitstrafe geahndet, das gefoulte Team spielt dann im Powerplay. In manchen Situationen reicht das nicht aus, um den Schaden auszugleichen. Wurde einem Spieler eine klare Torchance durch ein Foul genommen, kann der Schiedsrichter stattdessen einen Penalty verhängen: einen Schuss allein gegen den Torhüter.
Wann gibt es einen Penalty?
Der häufigste Fall ist ein Foul von hinten bei einem Alleingang. Die Regelwerke nennen dafür mehrere Bedingungen, die gemeinsam erfüllt sein müssen. Vereinfacht:
- Der Spieler hat den Puck unter Kontrolle und befindet sich in der neutralen Zone oder im Angriffsdrittel.
- Zwischen ihm und dem Torhüter steht kein Gegenspieler mehr.
- Er wird von hinten gefoult, etwa durch Haken, Halten oder einen Schlag, und verliert dadurch die Torchance.
Weitere Anlässe sind zum Beispiel, wenn ein Spieler absichtlich das Tor verschiebt, um ein sicheres Tor zu verhindern, oder einen Schläger nach dem Puck wirft. Die genauen Bedingungen unterscheiden sich leicht zwischen IIHF und NHL.
Das zugesprochene Tor
Ist der Torhüter des foulenden Teams bereits zugunsten eines zusätzlichen Feldspielers vom Eis, gibt es oft keinen Penalty mehr. Stattdessen kann der Schiedsrichter direkt ein Tor zusprechen, weil ohne Foul ein Treffer ins leere Tor praktisch sicher gewesen wäre.
So läuft ein Penalty ab
- Der gefoulte Spieler führt den Penalty in der Regel selbst aus.
- Der Puck liegt am Mittelpunkt. Alle anderen Spieler stehen an ihren Bänken.
- Auf das Signal des Schiedsrichters läuft der Schütze mit dem Puck auf das Tor zu. Er muss sich stetig in Richtung Tor bewegen und darf nicht umkehren.
- Er hat einen Versuch. Wehrt der Torhüter ab, gibt es keinen Nachschuss.
Der Torhüter muss bis zur Bewegung des Schützen im Torraum bleiben. Fällt der Penalty, zählt er als normales Tor. Wird er nicht verwandelt, geht das Spiel mit einem Bully weiter.
Penalty und Penaltyschießen
Im Deutschen wird beides oft verwechselt. Der Penalty ist eine Strafe während des Spiels. Das Penaltyschießen, international Shootout, entscheidet dagegen ein Spiel, das nach der Verlängerung noch unentschieden ist. Der Ablauf ähnelt sich, die Regeln für die Reihenfolge der Schützen und die Zahl der Versuche sind aber eigene.
Selten und spektakulär
Penaltys sind selten. In vielen Spielen gibt es keinen einzigen. Gerade deshalb gehören sie zu den spannendsten Momenten: Das ganze Stadion sieht ein Duell eins gegen eins. Schützen setzen auf Finten wie den Rückhand-Vorhand-Wechsel, Torhüter versuchen, den Winkel zu verkürzen und möglichst lange stehen zu bleiben.
Häufige Fragen
+Wann gibt es im Eishockey einen Penalty?
Vor allem, wenn ein Spieler bei einem Alleingang ohne Gegenspieler vor sich von hinten gefoult wird und so eine klare Torchance verliert.
+Gibt es beim Penalty einen Nachschuss?
Nein. Der Schütze hat genau einen Versuch.
+Was ist der Unterschied zum Penaltyschießen?
Der Penalty ist eine Strafe während des Spiels, das Penaltyschießen (Shootout) entscheidet ein unentschiedenes Spiel nach der Verlängerung.
Quellen & weiterführende Links
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Weiterlesen im Lexikon
Sportart
Eishockey
Eishockey ist ein Mannschaftssport auf Schlittschuhen, bei dem zwei Teams mit je fünf Feldspielern und einem Torhüter versuchen, einen Hartgummi-Puck mit dem Schläger ins gegnerische Tor zu befördern. Gespielt werden drei Drittel à 20 Minuten effektiver Spielzeit.
Fachbegriff
Penaltyschießen (Shootout) im Eishockey
Das Penaltyschießen (Shootout) entscheidet ein Eishockeyspiel, wenn nach regulärer Spielzeit und Verlängerung noch Gleichstand herrscht. Abwechselnd laufen Schützen allein auf den Torhüter zu. Im Ergebnis steht dann „n. P.“ (nach Penaltyschießen).
Fachbegriff
Powerplay und Unterzahl im Eishockey
Powerplay bedeutet Überzahl: Ein Team hat mehr Spieler auf dem Eis, weil ein Gegner eine Zeitstrafe absitzt. Das Team in Unterzahl versucht, die Strafzeit ohne Gegentor zu überstehen (Penalty Killing).
Fachbegriff
Verlängerung (Overtime) im Eishockey
Die Verlängerung (Overtime) folgt im Eishockey, wenn ein Spiel nach 60 Minuten unentschieden steht. Es gilt Sudden Death: Das erste Tor entscheidet. In der Hauptrunde wird meist kurz mit 3 gegen 3 gespielt, in den Play-offs mit vollen 20-Minuten-Dritteln.
Fachbegriff
Bully (Faceoff) im Eishockey
Das Bully, international Faceoff genannt, ist der Spielbeginn und Neustart im Eishockey. Ein Schiedsrichter wirft den Puck zwischen zwei gegenüberstehenden Spielern ein, die versuchen, ihn zu einem Mitspieler zu spielen. Es findet an einem von neun markierten Punkten statt.

